Sansui BA-3000

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Noch ein Highlight: eine Sansui BA-3000, die zweitgrößte Endstufe aus der Definition-Baureihe. Es gab noch eine kleinere BA-2000 und eine größere BA-5000. Letztere ist so selten, dass man kaum jemals eine zu Gesicht bekommen dürfte. Auch die BA-3000 beeindruckt schon gewaltig, liefert sie doch immerhin 2 mal 170 Watt sinus an 8 Ohm über den gesamten Frequenzgang. Wie konservativ diese Angabe ist kann man der Stromaufnahme von 1100 Watt erkennen – da sind auch mal 2 mal 500 Watt Musikleistung drin! Im Erscheinungsjahr 1973 gehörte sie zur absoluten Weltspitze und kostete auch 3.600,- DM – der Preis eines Kleinwagens. Sie wiegt locker 22,6 kg und hat dieses wundeschöne dunkelrote Gehäuse…

Außer einem neuen Lautsprecherrelais, einem neuen Netzkabel und der Umstellung auf 240 Volt suchte ich nur diesen vermaledeiten Fehler, der die Endstufe hin und wieder, manchmal auch nur ganz kurzzeitig, manchmal auf Dauer, total verzerren. Dazwischen spielte sie wieder stundenlang ohne Probleme. Zum Haare raufen! Nach etlichen Stunden und vielen Tests und Abklopfen, fand ich den Fehler endlich:
der PNP-Treiber erhielt seine Versorgungsspannung manchmal nicht, so dass dann die gesamte negative Halbwelle nicht verstärkt wurde, das erklärte das Verzerren. Aber warum nur? Am Ende erkannte ich dann verblüfft, dass der Übergang von der Schraube, mit der der Transistor befestigt war und die gleichzeitig die Spannung übertrug, sowohl oben am Tranistor als auch unten auf der Leiterplatte schlecht war und sich dort dann ein Übergangswiderstand bildete. Ich erneuerte den Transistor, verlötete die Leiterplatte neu, so dass die Zahnscheibe unter der Mutter wieder einwandfreien Kontakt hatte. Auch nach drei Stunden Test trat keine Verzerrung mehr auf! Uff!!

Interessante Begleiterscheinung: ich war wohl nicht der Erste, der an diesem Gerät den Fehler gesucht hat. Alle Platinen waren bereits ganzflächig und sehr intensiv nachgelötet worden. Den ersten Test, den ich machen wollte, nämlich die Treiberplatinen kanalweise zu vertauschen, weil sie ja servicefreundlich gesteckt sind, vereitelten zahllose angelötete Leitungen – die Peru-Connection ließ da wohl grüßen… Also erst einmal alle diese zusätzlichen Kabel entfernt, die Platinen umgesteckt und siehe da – der Fehler wanderte in den anderen Kanal! So etwas gibt Sicherheit, man hat somit den Fehler tatsächlich lokalisiert. Der zweite Punkt der Eingrenzung war dann Kältespray – somit konnte der NPN-Treiber eindeutig als Fehlerquelle identifiziert werden.

[Bild: aRO6J.jpg]

Hier ein Blick in das offene Gerät. Die Verschmutzung auf dem Siebelko (gewaltige 22.000µF/80V) habe ich nicht weg bekommen.
Der Trafo ist megagewaltig, die Treiberplatinen sind unter einer Abdeckung rechts versteckt.

[Bild: YVWRE.jpg]

Dieses kastanienrot ist in der Hifi-Welt wohl einmalig – gibt es nur in der Sansui Definition-Baureihe – und auch da nicht bei allen Modellen.

[Bild: 6KXNo.jpg]

Die dicke Frontplatte (camp hat bei seinem AU-11000 eine Zigarette drauf gestellt) und die grünen großen Power-Meter sind einfach eine Augenweide!

[Bild: t5mFt.jpg]

[Bild: zWfeq.jpg]

Die Ausstattung beschränkt sich auf das Nötigste: Ein/Aus, Koppelkondensator im Eingang ja/nein, Lautsprecherwahlschalter und die beiden Eingangspegelsteller – mehr gibt es nicht – und mehr braucht es auch nicht.

[Bild: fxMaW.jpg]

Die Lautsprecherklemmen der BA-3000 haben bereits Bananensteckerbuchsen integriert – und das 1973! Respekt!!

Ein wirklich beachtliches und seltenes Sammlerstück, Glückwunsch dem stolzen Besitzer!

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