Sansui Eight & Braun Plattenspieler

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Gestern waren nun Martins (jagcat) Lieblinge dran, kange genug warten musste er ja schließlich. Zuerst der Sansui Eight, über den ich wohl nichts mehr schreiben muss.

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Hier wurde das Übliche gemacht: eine große Schalterkur und neue Lampen, Tunerabgleich, neues Netzkabel, na ja alles, was so notwenig ist, auch das Holzgehäuse wurde wieder aufgefrischt.

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Allerdings habe ich gammelnde Schalter in dieser Härte wirklich selten erlebt, er machte kaum noch Musik, nur noch ein verzerrtes leise Krächzen, mal rechts, mal links…

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Jetzt versöhnt er aber wieder mit seinem typischen „warmen“ Klang, hervorragenden Empfang und seiner komplett beleuchteten Front.

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Auch hinten, alles wieder chic!

Der andere Liebling ist etwas recht seltenes, dieser Braun Plattenspieler aus dem Jahr 1980 kostete damals 1.400,- DM, was irrsinnig teuer war. Dafür bekam man einen Vollautomaten im typischen Rams-Design, ganz in mattscharz gehalten, ausgestattet mit zwei Direktantrieben (einer für den Plattenteller, der andere für den Tonarm!), einem hochwertigen MC-System mit auswechselbarem Nadelträger (!) und (einmalig auf der Welt!) einem Hitzdraht-Lift. Braun wollte nicht, dass das üblicherweise verwendete Silikonöl sich irgendwann selbständig macht und seinen angestammten Platz im Lift verlässt, woraufhin der Tonarm recht unsanft Richtung Platte fällt, denn das passiert bei nahezu allen Tonarmen früher oder später. Also ersann man eine Chrom-Nickel-Legierung, die einen Widerstandsdraht darstellt, der, wenn er von Strom durchflossen wird, sich erwärmt und daher ausdehnt. Diesen Effekt macht man sich hier zu Nutze, das Tempo des Absenkens kann man an einem Poti einstellen – großartig! Das Heben des Tonarms erledigt eine Stahlfeder, der Draht braucht zu lange um abzukühlen.

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So schaut er aus, da haben die Akkus in der Kamera schon arg nachgelassen…daher leider etwas unscharf.

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Das sind neun Bedientaster des Gerätes – und alle (ausnahmslos) waren platt, also ließen sich nicht mehr drücken, weil die Federn im Innern aufgegeben hatten. Solche Taster der Marke Toko bekommt man aber nirgendwo mehr, auch ähnliche in gleichen Abmessungen fand ich nirgendwo. Da war guter Rat teuer. Ich verwendete am Ende Taster aus einem alten Luxman-Receiver, die ich mechanisch umbauen musste, damit sie verwendet werden konnten.

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Links der originale von Braun, rechts der nun eingebaute von Luxman. Damit die Höhe hinkam habe ich die kleinen Stöpsel am unteren Ende entfernt und die Lötanschlüsse zurecht gebogen.

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Hier sind alle neuen Taster bereits eingebaut. Es musste aber noch die Höhe im Gehäuse durch Unterlegen von Scheiben exakt justiert werden, damit sich alles schön weich bedienen ließ und kein Taster schon vom Druck der Schrauben gedrückt war. Nach 15maligem Ein- und Ausbau funktionierte alles perfekt. Ich musste dann noch den Motor des Tonarms abgleichen (zum Glück hatte Martin eine Original-Serviceanleitung beigelegt!) und dann lief dieser wundervolle Plattenspieler wieder wie am ersten Tag. Schön, dass er gerettet werden konnte.

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Hier mal ein Blick in das aus dickem Aludruckguss gefertigte Chassis. Die große Platine beherbergt die gesamte Steuerung – alles made in Germany! Während ich beim Probelauf eine Platte anhörte, tat es plötzlich einen lauten Knall und der Plattenspieler war innerhalb von zwei, drei Sekunden in beißend riechenden, weißen Rauch gehüllt! Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich bei der Explosion einer so genannten Stinkbombe dabei war. Dabei handelt es sich um Metallpapierkondensatoren der Marke Rifa, die häufig in deutschen Geräten (bekannt bei Dual-Plattenspielern z.B.) verwendet wurden und durch das Verbrennen ohne jedes Zutun bekannt sind – am besten auswechseln, bevor es passiert. Ich habe den Burschen zunächst gar nicht wahr genommen und deshalb bin ich froh, dass das noch hier passiert ist – was hätte Martin wohl gedacht, wenn das bei ihm daheim beim anhören der ersten Platte passiert wäre? Das isser, der Übeltäter:

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Beim Versenden von Plattenspielern ist es immer richtig, den Plattenteller abzunehmen und getrennt zu verpacken. Bei diesem hier muss man allerdings richtig aufpassen, denn die flache, schwere Scheibe besitzt zwei Ringe aus Gumminippeln, die die Platte tragen, aussen für die LP’s acht, innen für die Singles vier.

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Diese sind leider alle beim Einschlagen in Kartonpappe (hat Deine Frau Schuhe von diesem Versandhändler gekauft, Martin?) alle aus ihrem Sitz heraus gedrückt worden, dabei sind leider vier abgerissen. Martin hatte es gut gemeint, ich habe alle wieder befestigt, bzw. geklebt und für den Rückweg anders verpackt.

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Das Tonarmlager mit der Gewichtseinstellung und der Antiskating-Einrichtung.

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Das ist der Braun MC-1E-Tonabnehmer, der nur 0,16mV Ausgangsspannung hat, also einen empfindlichen MC-Eingang benötigt. Die Nadel ist tatsächlich austauschbar! (Leider, wie gesagt fast leere Akkus in der Kamera, sorry)

Martin kann sich also nun auf zwei wirklich schöne Klassiker freuen!

3 Kommentare für “Sansui Eight & Braun Plattenspieler

  1. Hi, habe hier auch einen P701, wo ich die TOKO Taster ersetzen muss.In welchen Luxman Receivern sind die denn verbaut.
    LG René

  2. Für welches Luxman-Gerät diese Taster waren, entzieht sich meiner Kenntnis – sie sind aber leider alle seither und auch leider nicht mehr verfügbar. Tut mir leid.

    Beste Grüße
    Armin

  3. Habe jetzt ALPS Taster bei conrad gefunden. Muss man zwar etwas bearbeiten aber mit Geduld & Spucke 😉 passen sie und alles funzt wieder wie es soll.
    LG René

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