Sherwood S-8900A

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Als Gemeinschaftswerk von Lennart und mir ist hier ein wirklich seltener Sherwood S-8900A fertig geworden. Dieser Receiver stammt von 1972 und hat 2 mal 60 Watt Sinus an 4 Ohm. Er ist recht unscheinbar, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen.

Die Marke Sherwood ist heute eher als Billigheimer aus Korea bekannt, war aber in den 50er bis 70er Jahren ein amerikanischer Edelhersteller und damit ein Konkurrent der damaligen US-amerikanischen Hifi-Elektronik-Welt, die im Wesentlichen aus Marantz (nur bis 1964, danach japanisch), Scott, Fisher, McIntosh und Harman/Kardon bestand. Dort hatte sie einen guten Ruf, in Europa haben sie es nie zu einer wirklichen Bekanntheit gebracht, obwohl es mit Audio Int’l in Frankfurt/Main einen rührigen Importeur in Deutschland gab. Die Sherwoods hatten aber hierzulande wahrlich gepfefferte Preise und der Importeur stellte zum Teil abstruse Forderungen, wie die, dass man als Hifi-Händler neben den Sherwood keine andere Marken als Receiver anbieten durfte. Der S-8900A war mit rund 2.500,- DM schon richtig teuer, was ihnen nicht gerade zu einer häufigen Verbreitung verhalf.

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Hier ein Blick ins Innere, die Rückwand besteht aus einem Alustrangprofil (die sieht nur aus wie Kunststoff!) und dient gleichzeitig als Kühlblech, da die Endstufentransistoren darauf montiert sind. Defekt waren hier einer der beiden Siebelkos, er hatte statt 7.200µF noch ganze 10nF, was zu grauseligen Verzerrungen führte. So erhielt er passende Panasonic-Elkos in 15.000µF, die zudem noch spannungsfester waren. In der Mitte das Loch für die fehlende AM-Platine, die nur das Schwestermodell S-7900A hatte.
Lennart verpasste dem Gerät dann noch eine umfassende Schalter- und Poti-Kur, ein neues Relais sowie ein neues Stereolämpchen und baute auf Wunsch des Kunden große vergoldete Lautsprecherklemmen ein.

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Die sehr übersichtlich gestaltete Front aus dickem und grundsolidem Material.

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Das beachtlich schwere Gehäuse unterstützt die Kühlblech-Rückwand noch deutlich in ihrer Arbeit.

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Das Aussehen ist schon etwas ungewöhnlich, auch der Netzschalter ist typisch amerikanisch im Volume-Poti integriert.

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Hier die Rückwand mit den neu montierten Anschlussklemmen.

Ein rares Gerät mit hohem Sammlerwert.

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