SONY TA-E86 und TA-N86

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1977 beschloss die Firma Sony nunmehr endgültig in den absoluten Spitzenklassebereich vorzudringen. Die letzten Spitzenklassegeräte waren inzwischen schon altbacken im Design und so beschloss man kompromisslose Hi-End-Geräte zu bauen, die optisch wie Studiogeräte ausschauen sollten. So wurden alle neuen Geräte in echte 19-Zoll-Gehäuse verpackt , was den wirklichen „Studio-Look“ ergab. Qualitativ brauchte man sich nicht zu verstecken, alles war extrem hochwertig und sehr langlebig gebaut, nur feinste Bauteile wurden verwendet. Die erste Generation TA-E88 (Vorverstärker) und TA-N88 (Endstufe) geriet sehr teuer, weshlab ein größerer Verkaufserfolg ausblieb, obschon Sony große Bewunderung in den Fachmagazinen erhielt. So schob man ein Jahr später etwas abgemagerte Modelle TA-E86 und TA-N86 nach, die dann, aufgrund der niedrigeren Verkaufspreise, durchschlagende Verkaufserfolge erzielten. Die B-Versionen dieser Geräte sind übrigens nur die Export-Versionen für 220/240 Volt, ohne B die 100/120 Volt-Versionen.

So ein Gespann kam zu uns in die Werkstatt zur kompetten Überholung, wobei es die Fehlerangabe gab, dass der Phonoeingang nur auf einem Kanal funktionierte. Die Ursache war ziemlich rasch gefunden: der äußerst agressive Klebstoff, mit dem Kabel an der Platine fixiert sind, hatte eine Leiterbahn mehrfach durchgefressen und damit unterbrochen.

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Dies gleich an unterschiedlichen Stellen, wohl aber an dem gleichen Leiterzug. Es wurden alle Klebstoffreste im Gerät entfernt und die Leiterbahn durch ein Kabel ersetzt.

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Blaue Tantalperlen waren damals der neueste Schrei und werden gern verwendet, sie gelten als sehr langlebig udn temperaturunabhängig – neigen aber im Alter gerne zu niederohmigem Verhalten. Wir werfen daher diese immer hinaus und ersetzen sie durch Elkos oder Folienkondensatoren, wie hier im Bild.

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Nachdem der Phonokanal wieder funktionierte, stellte sich leider ein Knistern im Phonozweig (auch ohne Signal) ein, weswegen die Hitachi-Transistoren mit der schrägen Kante gegen solche im TO-92-Gehäuse ausgetauscht wurden – dann herrschte Ruhe im Phonoteil (bis auf das Nutzsignal natürlich).

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Den hervorragenden Aufbau in Doppelmono und räumlich stark getrennten Kanälen kann man hier gut erkennen.

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Auch von unten ist die strikle Trennung der Kanäle erkennbar.

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Dies sind alle erneuerten Teile.

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Die markanten Drehschalter haben schon ein ganz eigenes Aussehen und sind mit einer kleinen, dezenten Lampe beleuchtet.

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Die Phonoabteilung ist für MM und MC ausgelegt, wobei verschiedene Eingansgimpedanzen ausgewählt werden können.

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Auch äußerlich gab es eine total anders gestaltete Anordnung der Cinchbuchsen – alle von oben!

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Die Front ist flach (nur eine Höheneinheit) und umfasst extrem wenig Bedienelemente.

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Links der Powerschalter zum Drehen, rechts daneben der Lautstärkesteller…

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…dann folgen Balance, Mono-Stereo-Reverse-Schalter, sowie der Tape-Monitor-Schalter.

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Dann folgt der Eingangswahlschalter zum Kippen und rechts daneben noch der Impedanzwahlschalter für Phono, ein Subsonic-Filter als Druckschalter ist noch dazwischen angeordnet.

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Auf der rechten Seite alle Eingangsbuchsen, oben die für den rechten Kanal in rot und unten die für den linken Kanal in weiss – alle Buchsen sind vergoldet.

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Auf der linken Seite die Ausgänge ebenso angeordnet, das Netzteil noch links davon, möglichst weit weg von den verstärkenden Platinen.

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Hinten gibt es nur Netzanschlüsse, sonst nichts.

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Auf den Platinen der dazugehörenden Endstufe das gleiche Bild mit dem Klebstoff – der wurde auch hier vollständig entfernt, obwohl noch nichts durchgefressen war.

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Hier wurden beide Relais erneuert – gegen vierpolige, statt der von Hause aus zweipoligen.

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Auch hier wurden Elkos mit niedriger Spannung und die blauen Tantal-Elkos erneuert. Der Blick von oben in die Endstufe offenbart das Schaltnetzteil, welches in einem geschlossenen Gehäuse untergebracht ist.

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Auch von unten sieht alles sehr aufgeräumt aus. Die Endstufe leistet 2 mal 18 Watt sinus in Class A oder 2 mal 90 Watt sinus in Class B – dies kann an der Rückwand umgeschaltet werden. Man kann die TA-N86 auch als Monoblock mit 180 Watt sinus betreiben – sehr vielseitig also.

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Optisch, hier zusammen mit dem Vorverstärker, eine Augenweide, oder?

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Bei der Endstufe befinden sich die Anschlüsse hinten.

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An der Front herrscht eine extrem übersichtliche Aufteilung vor.

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So häufig wie die TA-E86 und die TA-N86 auch verkauft wurden, fast alle Besitzer trennen sich nur äußerst selten davon.

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Diese beiden sind übrigens reine 100V-Japan-Versionen.

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