SONY ST-5130

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Heute kann ich Euch einen Tuner der Superlative von 1971 vorstellen. Der ST-5130 war seinerzeit Teil der „großen“ Anlage von Sony, bestehend aus dem Vorverstärker TA-2000F (2.300,- DM), Endstufe TA-3200F (1.300,- DM) und dem Tuner ST-5130 (1.500,- DM) – das war zusammen in etwa der Gegenwert eines einfachen VW Käfers und man hatte weder Plattenspieler noch Lautsprecherboxen – also schon so etwas wie High-End, obwohl der Begriff erst später aufkam. Aber die Qualität dieser Geräte ist sprichwörtlich extrem haltbar und sie sind auch heute noch richtig gut und können absolut mithalten. Der Tuner empfängt sauber und klar, klingt sehr gut und sieht kein bißchen alt aus, auch vom Design her, hatte man seinerzeit sehr langfristig geplant.

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Blickt man in diesen Tuner erkennt man, die Bauweise der Nach-Röhren-Ära, die häufig von dem Schriftzug „solid state“ begleitet war, als stolzen Hinweis darauf, dass sich keine Röhren mehr im Gerät befanden.

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Hier der Drehkondensator (allgemein kurz Drehko genannt), der entgegen vielen Angaben im Netz kein 4-Gang, sondern ein 5-Gang-Drehko ist. Ein ganz häufiger Umstand im weltweiten Netz, einer schreibt vom anderen ab (wird schon stimmen, der muss es ja irgendwo her haben) – kaum jemand dieser Schreiber saß jemals live vor einem der Geräte… Bemerkenswert finde ich die Staubschutzhaube aus Acryl, die man dem Drehkondensator gegen allzu schnelle Verschmutzung verpasste.

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Von aussen ist der Spitzentuner ganz schlicht gehalten und sehr zeitlos gezeichnet. Silber und grau – kann nie unmodern werden, ein echter Klassiker.

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Die Skala leuchtet in dezentem grün, FM und Stereo in rot – sieht alles kein bißchen übertrieben aus.

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Die von Hause aus sehr schwach leuchtende Stereo-Lampe habe ich durch eine angepasste LED ersetzt, die nun schön hell verkündet, dass in Stereo empfangen wird…

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An der Rückseite habe ich die F-Buchse (wie sie damals in den USA üblich war und bei uns heute im SAT-Bereich Verwendung findet) durch eine normgerechte Koaxialbuchse ersetzt. Der Umbau ist sehr dezent, so dass es kaum auffällt, dass dies nicht original ist. Hervorzuheben sind die beiden Pegelausgangs-Potentiometer, mit deren Hilfe man die Lautstärke des Tuners exakt auf Phono-Niveau anpassen kann, so dass beim Umschalten keine unangenehmen Laustärkesprünge auftreten.

Ein wahrlich schöner Klassiker!

2 Kommentare für “SONY ST-5130

  1. Danke für die schönen Bilder und die liebevolle Beschreibung. Den „geheimnisvollen“ Schalter „INS“ sollte man als Besonderheit noch erwähnen. I=Impulse, N=Noise, S=Supression eine Schaltung zur Unterdrückung hochfrequenter Störimpulse, wie sie etwa von schlecht entstörten Pkw-Zündanlagen etc. erzeugt werden konnten. Auf der Rückseite befinden sich noch zwei Cinch Buchsen zum Anschluß etwa eines Oszilloskops um Störungen durch Multipath Reception = Mehrwege-Empfang via Antenne, verursacht etwa durch hohe Häuser/techn. Anlagen verursacht wurde, beurteilen und Ausrichten oder Versetzen der Außenantenne zu können. Man sprach hochachtungsvoll von einem Ballempfänger. Ich habe nachts aus Berlin-Wilmersdorf mit einem einfachen Dipol den NDR Sender aus Lüchow-Dannenberg nahezu rauschfrei empfangen und erhielt nach Einsendung eines kurzen Mittschnitts sogar eine sog. „QSL-Karte“ vom Sendeingenieur mit den Daten des Senders als Empfangsbestätigung. Einzig der unbeleuchtete Skalenzeiger störte mich und wurde durch einen halbdurchsichtigen Zeiger aus einem Receiver der Sony STR-Serie ersetzt. Der Tuner steht ehrenhalber betriebsbereit noch immer im Geräteregal.

    Grüße Peter

  2. Hallo liebes good-old-hifi-Team,
    ich habe auch einen 5130 in Bestzustand, doch verändert wird der im Originalzustand nicht, das macht man bei einem solchen wertigen Gerät nicht, deshalb finde ich es immer bedauerlich, wenn der Originalzustand durch was Modernes ersetzt wird! Aber ich finde Euch ganz toll – wie ihr solche alten Klassiker liebevoll pflegt und repariert! Gruß Heinz

    Der Umbau der Stereo-Lampe auf LED erfolgte, weil keine passende Lampe aufzutreiben ist. Zudem war sie im Original schon sehr dunkel. Es sieht einfach besser aus, wenn der Schriftzug Stereo genauso hell leuchtet, wie der Schriftzug FM auf der anderen Seite. Die Buchse auf der Rückseite wurde ausgetauscht, damit der koaxiale Eingang verlustfrei verwendet werden kann. Ein Adapter bedeutet hier schon einen Spannungsabfall.
    Beste Grüße Armin

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