SONY TC-510-2

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Heute war eine Reporter-Bandmaschine von Sony auf meinem Tisch. Die Maschine nennt sich TC-510-2 (das „2“ steht für 2-Spur). Sie stammt von 1975 und ist optisch den berühmten Nagras aus der Schweiz nachempfunden. Mechanisch hat sie jedoch leider nicht die Qualitäten der kleinen tragbaren Profigeräte wie von Nagra und Stellavox. Die Sony ist eher bei einer Uher Report anzusiedeln, obwohl sie bedeutend besser ausschaut und auch klanglich weit bessere Eigenschaften aufzuweisen hat. Mechanisch kann sie mit den Profis nicht mithalten, die Uher ist wesentlich einfacher gebaut – aber letztlich offenbar haltbarer. Die TC-510-2 kostete damals sagenhafte 2.498,- DM inkl. einem Netzteil, welches auch ein Batteriefach enthielt. man konnte die Bandmaschine mit hinaus nehmen und dort Aufnahmen anfertigen. Ein schönes Stück Zeitgeschichte, wegen des Preises sehr,sehr selten und daher sehr gesucht von Sammlern.

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Das ist eine Nagra, das Urmodell aus den 50er/60er Jahren. Irrsinnig teuer und mechanisch die reinsten Kunstwerke, dabei ultrarobust und stabil.

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Das ist eine Stellavox, die Konkurrenz zur Nagra, mit ganz ähnlichen Eigenschaften. Die Optik der beiden standen wohl Pate bei der Gestaltung der SONY TC-510-2.

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Das ist die Uher Report, in Europa unglaublich weit verbreitet, da es sehr preiswert war. Mechanisch recht einfach, aber sehr stabil und langlebig. Auch sehr gesucht, aber sehr viel preiswerter zu haben.

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Hier nun die Sony, die 1975 auf den Markt kam und Menschen mit semiprofessionellen Ansprüchen erreichen sollte. Eben eine „bessere“ Uher Report, die großen Verkaufserfolg hatte. Sie hatte 9,5 und 19cm, plus-minus 10% verstellbar (pitch), 13cm Spulen, dazu einen Frequenzgang bis 27.000 Hz bei einer Dynamik von 64dB, natürlich 2-Spur, damít man die Bänder schneiden konnte und kopierte sowohl den PLAY-Hebel als auch die VU-Meter der Nagra. Dennoch: es ist ein gelungenes Stück Technik, nur den wirklich professionellen Ansprüchen konnte sie nicht genügen, obschon sie optisch durchaus diesen Eindruck erweckte.

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Eine Besonderheit stellen die Glasferritköpfe von Sony dar, die wirklich haltbarer sind als alles was Stellavox und Nagra anzubieten hat. Abgeschaut hatte sich Sony auch die professionelle Spulenhalterung mit großen Muttern, statt der „billigen“ Dreizackhalterung der Uher.

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Die Knöpfe sind komplett aus Metall und strahlen haptisch große Solidität aus

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Die dunkelgrau abgesetzte Front ist wirklich hübsch gestaltet, wenn auch abgeschaut – aber durchaus gelungen.

Diese Maschine war so beeindruckend, dass wohl etliche Uher Report Besitzer von dieser Sony träumten. Uher hatte mit ihnen ein Nachsehen und gestaltete die Report 1979 neu und passte die Optik der Sony weitgehend an. Mit Erfolg, die Report wurden weiter gut verkauft, die Sony blieb, wegen ihres hohen Preises, weiterhin eine absolute Rarität.

[Bild: Uher1.jpg]

Auch das sind schöne Geschichten von damals, oder?

Ein Kommentar für “SONY TC-510-2

  1. TC510-2 und Nagra E waren damals meine nicht erreichbaren Träume. Ja und T+A R800 komplett. Heute habe sie alle und stelle immer wieder fest, dass man das mit heutigen Sachen überhaupt nicht vergleichen kann. Weltenunterschiede, milde ausgedrückt.
    Ja, es sind schöne Geschichten. Ich danke ihnen dafür.
    John

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