Starsonic SE-9000 und SE-8000

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Heute zum Jahresende geht es mal nicht um „berühmte“ Geräte von sehr bekannten und begehrten Herstellern, sondern um wirklich unbekannte Geräte, die jedoch auch durchaus Beachtung verdienen. Über das Label Starsonic, manchmal auch als „Stansonic“ gelesen und beschrieben, findet man so gut wie nichts heraus. Es ist auch keine Marke und kein Hersteller, sondern eben nur ein Label. Baugleiche Geräte, jedoch in schwarz gab es von diesen beiden Modellen unter der gleichen Bezeichnung auch als „Dynasty“ – auch nur ein Label. Ebenso sollen diese Geräte auch von Ultrasound und Monarch angeboten worden sein. Was ich nicht heraus fand: wer hat sie hergestellt?

Sie kommen vermutlich aus Japan, denn es stecken die üblichen japanischen Bauteile drin, die Machart erinnert mich stark an Geräte der Marke Tensai, die ja angeblich bei Mitsubishi bauen ließen – aber wer weiß das schon so genau?

Die beiden jedenfalls werden von Ihrem Besitzer genau so gehegt und gemocht, wie andere Geräte von erheblich höherem Sammlerwert – und weil sie so selten auftauchen, stelle ich sie hier heute vor.

Der Verstärker heißt SE-9000, der Tuner SE-8000. Beide sind der Mittelklasse zuzurechnen und sind an sich ganz solide gefertigt. Über genaue technische Daten kann ich leider nichts sagen – man findet einfach keine Hinweise dazu.

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Im Gegensatz zu den üblichen Alps-Schaltern finden sich hier welche des Herstellers Toko, die bekannt sind als großer Hersteller von Spulen für den Hochfrequenzbereich, heute zu Murata gehörend. Diese Schalter sind genau so solide wie die von Alps und funktionieren nach einer gründlichen Reinigung wieder ganz neuwertig.

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Hier sind sie schon wieder eingelötet.

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Von oben sehen diese Kippschalter so aus.

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In den Endstufen stecken diese TO3-Transistoren, ein Hersteller lässt sich dort nicht entdecken.

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Das Gegenstück dazu, immerhin können die beiden 140V und 16 A bei einer Transitfrequenz von 3 MHz.

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Damit man sich keinen Schlag einfangen kann, stecken die Transistoren außen am Gehäuse unter berührsicheren Abdeckkappen.

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Unten im Verstärker findet sich ein „doppelter Boden“, damit man an die Platinen gut heran kommt.

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Löttechnisch sieht das alles ganz ordentlich aus,  es wurden viele Elkos erneuert.

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Hier ein Block von oben in das offene Gerät. Vorne der Vorverstärker, hinten die Endstufe – die großen Stromverstärker stecken rechts und links in den als Kühlkörpern ausgebildeten Seitenwänden.

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Die Endstufenplatine aus der Nähe.

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Die Anordnung der beiden Siebelekos ist etwas ungewöhnlich, aber durchaus platzsparend. Es sind immerhin zweimal 4.700µF.

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Um Einstreuungen vorzubeugen, ist der Netztrafo doppelt abgeschirmt.

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Rund um das Volume-Poti herum gibt es eine dreifache Beleuchtung. Obenn im Bild ist eine Lampe zu erkennen, unten rechts und links gibt es noch je eine weitere.

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Von aussen schaut der Verstärker so aus, der Deckel ist mit Kräusellack beschichtet.

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Die Front ist recht klassisch gestaltet – ganz in silber. Kein Billiglook, wie ich finde.

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Die Knöpfe sehen ganz solide aus.

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Der ringsherum beleuchtete Lautstärkeknopf ist natürlich der Hingucker.

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Es lassen sich zwei Tapes, zwei Plattenspieler, Tuner und Aux anschließen – genügt doch wohl, oder?

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Hinten wird es dann komisch – alle Eingansgbuchsen in DIN, bis auf die Auftrennung zwischen Vor- und Endverstärker. Da gab es sicherlich auch andere Versionen mit Cinchbuchsen. Man dachte aber seinerzeit in Fernost oft, in Deutschland wollte man unbedingt DIN-Buchsen an den Geräten haben.

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Wozu gibt es denn Adapter?

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Zwei Paar Boxen können auch angeschlossen werden. Jeder Ausgang ist noch mit einer Sicherung versehen, zusätzlich gibt es eine Schutzschaltung mit Relais.

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Im Tuner, Modell SE-8000, findet man dann einen Dreigang-FM-Drehkondensator von Alps.

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Die berühmten Spulen im ZF-teil sind dann wieder von Toko, wie übrigens fast überall. Gibt der Schriftzug „SUN-EMI“ einen Hinweis auf die Fertigungsstätte?

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Da ist das Markenlogo des weltgrößten Herstellers von elektromechanischen Bauteilen zu sehen.

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Die Spulen, wie gesagt von Toko.

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Die Elkos, hier im Netzteil sind durchgängig alle vom Hersteller „TM“ – der ist mir aber nicht bekannt.

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Die Front wird, in exakt dem gleichen Farbton wie das Volume-Poti am Verstärker von hinten beleuchtet. Erinnert ein wenig an die bekannte Serie von Rotel ( z.B. RA-1412 und RT-925).

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Hier von oben betrachtet.

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Unten gibt es auch hier wieder einen „doppelten Boden“ für eine gute Servicefreundlichkeit.

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Aussen wieder der antrazitfarbene Kräusellack.

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Die Front sieht sehr aufgeräumt und übersichtlich aus, durchaus hochwertig wirkend.

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Man findet einen Ausgangspegelsteller an der Front, in dieser Preisklasse nicht unbedingt üblich.

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Auch die zwei Instrumente in der gleichen Farbe wie die Skala lassen auf höherwertige Geräte schließen.

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Die Anzeigen FM. AM und Stereo sind, genau wie die Power-Anzeigen beider Geräte, als rote LED’s ausgeführt.

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Hinten finden sich Antennenanschlüsse, eine Ferritantenne für AM und, wen wundert es noch, DIN-Buchsen.

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Erstaunlicherweise gibt es eine Buchse an der der vorn eingestellte Pegel abgegeben wird und zusätzlich noch eine für Bandaufnahmen (fixed).

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Hier die Anlage im Verbund.

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Auch der Erhaltungszustand ist recht gut.

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Kann durchaus Hifi-Fans beeindrucken, auch wenn es ein noname ist.

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Also ich finde man sollte auch solche Geräte vorstellen, die keinen bekannten Namen tragen – die gab es schließlich auch und die gehören einfach dazu.

Im nächsten Jahr gibt es weitere Berichte und Gerätevorstellungen – ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr  allen Lesern unserer Webseite!

8 Kommentare für “Starsonic SE-9000 und SE-8000

  1. Rainer Duesmann|

    Hallo,
    bei der Gelegenheit mal vielen Dank für Ihre Berichte. Ich freue mich jeden Samstag darauf einen schönen Klassiker zu sehen.
    Im aktuellen Fall erinnert mich die optische Gestaltung und vor allem der Schrifttyp sehr an Kenwood.
    LG
    Rainer Duesmann

  2. Ich bin beeindruckt, hatte ja schon immer eine Affinität zu „NoNames“.
    Hoffe noch viele ähnliche Stories zu lesen.
    In diesem Sinne einen guten Rutsch nach Niemegk und ein erfolgreiches 2017.
    LG
    Volker

    Auch Dir, lieber Volker, alles Gute für das neue Jahr. Ich hoffe, wir begegnen uns irgendwann mal…nicht nur virtuell! Vielleicht kommst Du mal mit Dirk zusammen nach Niemegk – er kennt den Weg schon… Beste Grüße Armin

  3. Steffen Schössow|

    Hallo lieber Armin, der Bericht war für mich sehr interessant und spannend zu lesen. Und mit noch größerer Spannung erwarte ich die Ankunft der beiden Geräte, ich freue mich drauf und verbleibe mit den besten Grüßen fürs neue Jahr.
    Steffen Schössow

    Lieber Steffen, die besten Neujahrswünsche auch nach Oderberg!
    Wie ich durch einen aufmerksamen Leser erfahren konnte, saß der Hersteller „Topway“ in Taiwan und produzierte jede Menge für so genannte no name-Label.

  4. Hallo Armin,
    auch ich wünsche Euch noch ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr! Freu mich auch immer wieder, Eure Berichte zu lesen!
    Macht weiter so!
    Gruß
    Jens

    Vielen Dank – ebenso alles Gute für das neue Jahr!
    Beste Grüße Armin

  5. Hallo Armin,
    als Jahresabschluss ein für mich richtiges Highlight ! 😉 Ich bin auch mehr so ein Nischensammler, vor allem mit deutschen/gelabelten Geräten. Sehr schön detailliert beschrieben und fotografiert !
    Euch alles Gute für 2017.

    Vielen Dank und auch für Dich alles Gute, Thomas!

  6. As usual very interesting, Armin

    Happy New Year to you and Lennart all the way from London!

    Hi Robin,
    same to You! Stay well and composed. Thanks for Your comment.
    best regards Armin

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