Technics RS-10A02

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Heute stelle ich Euch eine Spulentonbandmaschine der Superlative vor, die – wie könnte es auch anders sein – aus der Sammlung von Werner stammt. Eine Technics RS-10A02, die die Studioversion der RS-1500US ist. Die RS-10 wurde in Europa nie zum kauf angeboten, da Halbspur-Bandmaschinen mit 9,5, 19 und 38 cm/sek kaum nachgefragt werden. Die Viertelspurversion RS-1500US mit 9,5 und 19 cm/sek wurde dagegen ganz gut verkauft und genießen noch heute einen ausgezeichneten Ruf bei Sammlern und Liebhabern. Die RS-10 ist jedoch der Knaller, mit ihrem Gewicht von rund 36 kg und ihren vielfältigsten Einmessmöglichkeiten. Die Mechanik ist weitgehend identisch mit der home-Variante.

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Hier ein Blick von hinten in die geöffnete Maschine. Der Riesenmotor in der Mitte treibt die rund 5cm (!) stark messende Capstanwelle direkt an, dieser Motor ist selbst für direkt getriebene Plattenspieler richtig groß. Die Wickelmotore sind ähnlich riesig dimensioniert.

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Eine Besonderheit ist der mögliche Aufnahme- und Wiedergabe-Betrieb mit Hinterbandkontrolle in Halbspur. Zusätzlich gibt es noch einen Viertelspur-Wiedergabekopf, zum Abspielen von 4-Spur-Bändern. Eine maximale Austattung! Auch die aufwändige Bandführung mit zwei Gummiandruckrollen an nur eine einzige Capstanwelle – die dafür dicker ist als jeder Daumen ist eine absolute Besonderheit. Das ganze Konstrukt wirkt, wie für die Ewigkeit gemacht.

[Bild: Technics_RS10_A02_07_64560_Riedstadt.jpg]

Der urprüngliche Fehler, den diese, offenbar nur wenig benutzte, Maschine, die an der Universität von Alabama ihr bisheriges Leben verbrachte, war der, dass beide VU-Meter beinahe sofort nach dem Einschalten auf Vollanschlag gingen. Glücklicherweise hatte Werner komplette Service-Unterlagen mitgegeben, so dass ich nach etlichen Stunden der Suche auch den Fehler fand:

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Wenn man an dem rechten Kondensator mal an der Unterseite genau hinschaut, kann man den dort austretenden Grünspan sehen, der auf Kondensatoren hinweist, die ihre Kapazität nicht mehr halten konnten. Allein im Anzeigeverstärker fand ich vier solche Kondensatoren, etliche weitere mit gleichen Problemen fanden sich auf den anderen Platinen, so dass ich nach rund zweieinhalb Tagen Arbeit ein ganzes Tütchen voll ausgewechselter Kondensatoren, dafür aber eine vollständig funktionierende Maschine vor mir hatte. Lediglich die Bremsen waren völlig ohne Wirkung, eine Seite ließ sich noch einstellen, bei der anderen (links) musste ich mit Gewebeband die Bremstrommel etwas verstärken. Nun wird wieder richtig gebremst, nur leider sind am Bandende, wenn das Laufwerk schon abgeschaltet hat, etwas abartige Schabgeräusche zu vernehmen, aber eben nur dann…

Beim abschließenden Test stellte sich dann heraus, das man bei Aufnahme von CD bei 38cm/sek definitv keinen Unterschied zwischen Vor- und Hinterband hören kann.

Das ist schon ein extrem starkes Stück Technik und in Europa so selten wie ein schwarzer Dreier…
Glückwunsch, Werner! Die SE-A1 kommt auch noch dran in diesen Tagen – dann wirst Du zusammen mit Zimbo hier auch sehnlichst erwartet.

P.S. Sollte im Forum der Wunsch nach Erklärung der Begrifflichkeiten von Vor- und Hinterband bestehen, bitte ich um Meldung, ich mach dann gerne einen Thread dafür auf.

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