Technics SE-10000

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Heute war es nun endlich soweit: Ihr erinnert Euch sicherlich noch an den Technics Vorverstärker von Walter, den SU-10000 mit der überragend guten Verarbeitung – nun ist endlich auch die dazu gehörende Endstufe, die SE-10000, endlich fertig gestellt. In Ermangelung eines Schaltplanes zu diesem Gerät, den es im gesamten Netz nicht gibt, wussten wir bei der Reparatur nicht weiter. Die Endstufe war in Ordnung, sagte aber keinen Mucks. Sie hat, extrem ungewöhnlich, stabilisierte Spannungen, aber nicht nur, sondern auch unstabilisierte, die ich mit +70 Volt und +18 Volt messen, aber nicht glauben konnte. Werner hat dann tatsächlich eine weitere Endstufe für 500 Euro aus Japan importiert, bei der wir nachmessen konnten, und dort fanden wir auch statt +18 Volt die erwarteten -70 Volt auf der anderen Seite. Nun konnte das Netzteil der erste Endstufe repariert werden und dann musste sie noch abgeglichen werden, jeweils 3 Ruhestrom- und 1 Offset-Trimmer pro Kanal waren einzustellen – ohne Anleitung nicht einfach – nach vielen Versuchen aber letztlich erfolgreich. Sie läuft völlig verzerrungsfrei, ohne besonedrs warm zu werden und hat einen 24 stündigen intermittierenden Test hinter sich – ohne jeden Fehler.

Die Endstufe stammt aus dem Jahr 1973 und leistet zweimal 150 Watt sinus an 4 Ohm, aber das so lässig, dass mir der Vergleich zu einem amerikanischen Auto mit einem großvolumigen V8-Motor einfiel – die sind zwar kaum schneller als Europäer, aber die Kraftentfaltung ist einfach ein ganz andere (Hubraum rulez!). Sie wiegt 27 kg und sieht völlig unscheinbar aus, Aber Technics hat damals rund 500.000 Yen dafür verlangt, was in etwa 5.000 DM entsprach – das hat nicht einmal die große Accuphase damals gekostet. Und in Europa wurde sie nie angeboten, meines Erachtens gab es sie nur auf dem heimischen Markt in Japan zu kaufen.

Zunächst Einblicke in das innere dieser extremst seltenen Endstufe:

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Eine Endstufe in einem Riesenkühlkörper, bestückt mit je zwei 2SA747 und 2SC1116 – die hatte der vielgelobte Kenwood KA-907 von 1980 ebenfalls und es wurde damals High-Speed genannt, wegen dieser schnellen Transistoren.

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Diese feinstufigen Schalter fungieren als Eingangspotis, das hat Dieter Burmeister knapp 10 Jahre später als Novität an seinem 808 vorgestellt – allerdings mit ein paar Abstufungen mehr.

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Das ist die Anzeige- und Relaisplatine. Ein Relais musste erneuert werden, was war ich froh, dass Dieter in seinem Luxman-Ersatzteillager solche abartigen Relais vorrätig hat.

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Das hier ist die Netzteilplatine, die eine virtuelle Masse bildet, weil der Trafo keine Mittelanzapfung hat – ein sehr ausgefallenes Netzteildesign.

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Das hier ist einer der Siebelkos, immerhin 22.000µF mit 80 Volt. Sie haben noch mehr als ihre Nennkapazität – nach knapp 40 Jahren!

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So sieht das Ganze insgesamt aus, noch immer ohne Gehäuse.

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Nun ist alles wieder montiert, der Deckel hat, wie der Vorverstärker auch, einen neu lackierten Deckel – man beachte die Spiegelung
im Lack.

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Der Deckel ist, wie ebenfalls beim Vorverstärker, aufklappbar.

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Die Frontplatte wiegt allein knapp drei Kilo und ist aus gebürstetem Hartaluminium. Die Kanten rundherum haben 20 mal 20 mm im Querschnitt!

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Die oben erwähnten Stufenschalter, in 3dB-Schritten kanalweise einstellbar.

[Bild: iZUol.jpg]

Die VU-Meter, noch nicht so übertrieben groß wie später, sondern vornehm zurückhaltend, können umgeschaltet werden: 100W, 10W oder 1 W – da zappeln sie auch bei Zimmerlautstärke.

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Blick auf die Rückwand – hier ist auch nichts ungewöhnliches zu entdecken.

Ein Sammlergerät vom Allerfeinsten, Werner ich bewundere Deine Sammlung, zumindest für dieses Gespann!
Dürfte in Europa einmalig sein.

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