Technics SP-15

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Am 12. September nachmittags kam ein Pärchen zu mir in den Laden und stellte einen älteren, recht großen Plattenspieler auf den Tresen, der zuvor bereits im Februar angemeldet war. Ich habe selten vorher einen Plattenspieler in üblerem Zustand gesehen. Er war über und über mit weißlichem Schimmel überzogen, roch nach schlimmstem Kartoffelkeller und war auch noch technisch defekt: der Teller drehte mit Irrsinnstouren (über 200/min), das System und die Haube glänzten mit Abwesenheit. Dennoch wollte der Besitzer diesen Technics SP-15 wieder richtig schön hergerichtet haben und ein neues System eingebaut haben. Um die Haube würde er sich selbst kümmern. Ich war mißtrauisch: ob man das jemals wieder hinbekommt?

1979 erschien als Heimversion des bekannten und erfolgreichen Studioplattenspielers SP-10 eine etwas vereinfachte Version namens SP-15. Dieses (immer noch) gewaltige und solide Laufwerk hatte drei Geschwindigkeiten (33,45 und 78) lief innerhalb von 0,5 bis 0,8 Sekunden auf Nenndrehzahl hoch und bremste abrupt nach dem Antippen der STOP-Taste. Dieses Laufwerk wurde zusammen mit dem genialen Tonarm EPA-500, der über mehrere, auswechselbare Tonarmrohre für verschiedene Nadelnachgiebigkeiten verfügte, und der massiven Zarge SH-15B1 angeboten. Das Trio kostete damals schon ohne System ein kleines Vermögen. Und genau so einer war das hier, unter all dem Schimmel kaum zu erkennen.

Zunächst galt es den technischen Defekt (Drehzahlregulierung) zu beheben. Ein Blick in die Technik im Innern des Laufwerkes ließ mich erneut zweifeln:

[Bild: technics-sp15-1-152345mcxm.jpg]

Ein IC-Grab! Da werkelt TTL-Logik und eine Menge IC’s auf der Platine – das ist nicht meine Welt! Digitaltechnik ist einfach nicht mein Ding, nie gewesen. Also habe ich das Laufwerk zu einem befreundeten Kollegen geschickt, der versteht sich auf Digital-Logik-IC-Technik und nach 14 Tagen war das Laufwerk wieder zurück und lief auch wieder ganz ohne Fehler. Mehrere Dinge mussten gemacht werden: zwei defekte IC’s und etliche Elkos neu, sowie Unterbrechungen zu den Statorspulen mussten beseitigt werden.

Leider ließ das Äußere des Laufwerkes auch nach gründlichster Reinigung an einigen Stellen noch immer stark zu wünschen übrig. Der Metallic-Lack ist einfach vom Schimmel und Rost unterwandert und blüht hoch.

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[Bild: technics-sp15-7-1523426cfw.jpg]

Dennoch, nach dem vielversprechenden Anfang unterzog ich das gesamte Gerät einer tiefgreifenden Reinigung mit einer Zahnbürste und etlichen Baumwolltüchern. So nach und nach sah alles wieder halbwegs manierlich aus. Die Holzzarge bekam hernach noch eine doppelte Renuwell-Kur verschrieben. Dann wurde auf das (einzig vorhandene) Tonarmrohr EPA-501H ein Audio-Technica AT-120E MKII montiert (für das Geld gibt es weltweit nix Besseres!!) und dann konnte sich der Technics wieder (halbwegs) sehen, vor allem aber hören lassen:

[Bild: technics-sp15-2-15234ojc3c.jpg]

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[Bild: technics-sp15-6-152344qdjb.jpg]

[Bild: technics-sp15-9-15234qudqm.jpg]

[Bild: technics-sp15-8-15234itd2y.jpg]

Nachdem alles fertig war, war ich ganz froh, denn die Rettung dieses Plattenspielers hat sich doch wirklich gelohnt – die Gesamtkosten für diesen Aufwand blieben unter 400,- Euro (System inklusive).

Wer hätte da nein gesagt?

3 Kommentare für “Technics SP-15

  1. Studer Hans Rudolf|

    Immer wieder eine Freude zu sehen wie solche Schätze zu neuem Leben erwachen!
    Hab soeben gelesen das das Audio-Technica AT-120E MKII das beste Preis Leistungsverhältnis bietet.
    In der Schweiz finde ich nur das AT-120ET zu 159.00 CHF oder das Audio Technica AT440MLa zu 195.00 CHF. Welches würden Sie mir empfehlen? Ich möchte es beim Pioneer PL-L800 einsetzen.

  2. Klaus-Dieter Laack|

    Also ich habe den gleichen Plattenspieler! Ich frage mich aber, warum man einen so schönen Plattenspieler im Keller verrotten lässt. Der Preis für die Arbeit ist in meinen Augen super preiswert, wenn man bedenkt, dass es noch ein Audio-Technica AT-120 MKII dazu gab. Es wäre noch schön gewesen, wenn ein paar Bilder vom Laufwerk nach der Arbeit dabei gewesen wären. Ich hatte mir damals alle Tonarme gekauft, bis heute sind aber immer noch zwei ohne System.

    Die Bilder oben sind alle nach der Arbeit!
    Beste Grüße Armin

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