Technics SU-V8

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Heute kann ich Euch einen wirklichen Leckerbissen vorstellen, den Technics SU-V8 von 1980. Er war der größte dieser damals brandneuen Baureihe mit der erstmals vorgestellten „New-Class-A“-Technologie. Die kleineren Brüder heißen SU-V2, 4 und 6. Die „neue“ Technologie unterschied sich kaum von JVC’s „Super-A“ oder Pioneers „Non-Switching“ – alles erschien im Jahr 1980 und alle Hersteller standen unter starkem Druck und wollten mit einer völlig neuen Technologie überzeugen. Wir wissen heute, dass alle diese Dinge mehr Marketingbedeutung hatten, als wirklich neue Technik darzustellen – denn Verstärker, die zwischen Class A und B angesiedelt waren, waren nun nichts wirklich Neues im Jahr 1980. Dennoch ist der SU-V8 ein echter Leckerbissen, denn sein Aufbau ist wirklich beachtlich. Er hat sauber aufgebaute Doppel-Mono-Netzteile, die Endstufen mit satten zweimal 105 Watt sinus an 8 Ohm über den gesamten Frequenzgang, der dazu noch geradlinig bis 100.000 Hz geht, antreiben. Noch bemerkenswerter ist das sehr aufwändige und rauscharme Phonoteil, welches mit extrem rauscharmen FET-Transistoren bestückt ist und Vinyl-Liebhabern alle Anschlussmöglichkeiten (Impedanz und Kapazität schaltbar, MM und MC anschließbar) bietet. Dazu kommt, dass der SU-V8 nur selten in Deutschland anzutreffen ist. Dies liegt an der damaligen Vertriebspolitik von Panasonic, die keinen eigenen Vertrieb für Technics-Hifi unterhielt, sondern das gesamte Programm der Dachmarke und das Hifi-Programm gemeinsam vertreiben ließ. Dies führte dazu, dass spezialisierte Hifi-Studios meistens kein Technics im Angebot hatten, dafür die Radio-Händler und Warenhäuser die wirklich guten Technics-Geräte meist nur am Rande mit verkauften. Ich erinnere mich, dass es in Berlin nur einen Händler gab, der die große Anlage von Technics mit den SB-1000 Boxen und der Bandmaschine RS-1700 vorführbereit da hatte: das Kaufhaus KaDeWe!

Aber zurück zum SU-V8: der 15,7 kg schwere Verstärker, der bis zu 1000W aus dem Stromnetz entnehmen kann, war auf dem Werkstatt-Tisch eine harte Nuss. Die Endstufe komplett repariert, brannte aus unerfindlichen Gründen nach etwa 15 Minuten einwandfreien Spielens mit einer großen Qualmwolke wieder ab. Ich hatte kein Vertrauen in diese Platine mehr – es hatte auch schon vor mir jemand versucht, das Gerät zu reparieren – da muss man eventuell mit allem rechnen. Ich ersteigerte daher einen als defekt (aber nicht die Endstufe!) beschriebenen SU-V8 auf der bekannten Plattform, der optisch übrigens gar nichts mehr hergab, und transplantierte die komplette (aber penibelst gereinigte und anschließend korrekt eingestellte) Platine in den SU-V8. Nun lief er so, wie man das 1980 mal geplant hatte – klanglich ein Hochgenuss. Natürlich bekam der SU-V8 eine komplette Schalter- und Poti-Kur, ein neues Relais und eine neue Lampe für die gelbe New-Class-A-Anzeige. Danach war er wieder (beinahe) wie neu und darf nun wieder zurück zu seinem Besitzer. Zuvor natürlich noch Bilder:

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Links die beiden Netztrafos (vergossen in Torodialtechnik = brummfrei)

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Die mehrstufigenDifferenzierverstärker der Endstufe mit Offset-Potis. Dahinter die so genannten „Synchro-Bias“-Module.

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Das Doppel-Mono-Netzteil (erkennbar an zwei Trafos, zwei Gleichrichtern und vier Siebelkos) ist mit zwei 500VA-Trafos und vier 10.000µF-Elkos ganz ordentlich leistungsfähig.

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Ungewohnter Anblick bei abgenommener Rückwand – die Endstufen von hinten gesehen.

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Der SU-V8 ist schon ein ganz schöner Brocken!

[Bild: technics-suv8-7-41063akj8t.jpg]

Die Fronten von Technics hat die Hifi-Liebhaber immer stark polarisieren lassen. Das grünbraun wurde von manchen abwertend als „kackbraun“ beschimpft (das ging manchen Dual-Geräten ganz ähnlich). Liebhaber der Marke fanden die individuelle Farbgebung jedoch besonders ansprechend – ist aber nur Optik.

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Der Hinweis auf die „neue Technologie“ leuchtet stolz in den Raum.

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Sehr massive und geschraubte Knebelknöpfe zieren die Front.

[Bild: technics-suv8-5-41063q2kbg.jpg]

Hinten gibt es zahlreiche Cinchbuchsen zum Anschließen der Geräte. Einzig die Lautsprecherklemmen, die Technics seinerzeit verwendete, geben Anlass zur Kritik. Die Drehklemmen sind hakelig und nehmen nur kleine Querschnitte auf, bieten dafür aber guten Kontakt.

Insgesamt ein beachtlich schönes Sammlerstück.

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