Toshiba Aurex Minianlage

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Lennart und ich hatten gemeinsam eine komplette Minianlage von Toshiba auf dem Tisch – und zwar die größte der drei verfügbaren, nämlich die 15er. Es gab eine kleine 10er-Anlage, eine mittlere 12er-Anlage und die große 15er. Die Zahlen stehen für die Typenbezeichnungen: SB-A10 (Vollverstärker), SY-C12 oder 15 (Vorverstärker), SC-M12 oder 15 (Endstufen), ST-T10 oder ST-F15 (Tuner, Drehko oder Synthesizer) und PC-D10 oder 15 (Kassettendeck, Hammertasten oder Tipptasten). Die größte und teuerste Anlage war demzufolge mit einem Synthesizer-Tuner (um 1980 noch recht selten anzutreffen) und einem tipptastengesteuerten Kassettendeck und darüberhinaus mit getrenntem Vor- und Endverstärker ausgestattet – bei Mini-Anlagen fast undenkbar. Die Endstufe SC-M15 ging als „Herdplatte“ in die Geschichte ein, wegen der Optik auf der Oberseite (siehe Fotos). Diese sehr kleine, aber durchaus erwachsene Anlage, sie hatte ja immerhin zweimal 50 Watt sinus, war damals sehr begehrt und heute wirklich selten – in schwarz so gut wie nicht zu finden (gab es aber).

Die komplette Anlage musste überholt werden, das Kassettendeck hatte teils ausgeleierte, teils fehlende Riemen, zudem eine ausgehängte Feder im Laufwerk. Wie bei Mini-Anlagen üblich, herrscht hier nicht gerade gute Zugänglichkeit. Um die Riemen, das Zwischenradgummi zu erneuern und die Feder wieder einzuhängen, musste das Kassettendeck nahezu vollständig zerlegt werden.

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Die erwähnte Feder befindet sich hier nun wieder an ihrem Bestimmungsort.

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Das Gerät hat zwar nur zwei Tonköpfe, aber sonst alle Anzeichen eines „großen“ Kassettendecks mit 2 Motoren und Doppelcapstan-Antrieb mit nur einer Tonwelle! Es gibt zwei Schwungmassen, aber nur eine Tonwelle, habe ich sonst woanders auch noch nicht gesehen.

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1980 kam gerade in Mode, dass die Kassettenfächer ohne Tür auskommen mussten, dafür lagen die Köpfe und Gummiandruckrollen gut zugänglich im Freien zum Reinigen. Das Problem, was sich daraus ergab, war die Staubansammlung in den Zwischenräumen bei den offenen Kassettenfächern. Dies hat Toshiba vorbildlich gelöst, indem man jedem Gerät solch einen „Kassettendummy“ mitlieferte – großartig!

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Wenn eine Kassette eingelegt ist, sieht das Deck aber auch noch sehr gut aus.

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Ein Blick von hinten offenbart, dass man 1980 die Minis noch sehr ernst nahm: jedes Gerät hat sein eigenes Netzkabel und „richtige“ Anschlussbuchsen nach internationaler Norm.

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Nun läuft das Deck wieder wie neu und wird seinem Besitzer wohl noch etliche Jahre Freude bereiten.

Hier nun die „Herdplatte“, man erkennt sofort, woher dieser Spitzname rührt.

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Die Endstufe, die wahlweise auch gebrückt werden kann (BTL) und dann mit einer weiteren Endstufe zusammen, als zwei Monoendstufen mit 2 mal 100 Watt sinus an 8 Ohm arbeiten, ist wohl in der Geschichte der Minianlagen die ungekrönte Königin. Die Verarbeitung ist, wie der gesamten Serie der Edelreihe AUREX von Toshiba, auf sehr hohem Niveau. Die Endstufe ist quasi ein riesiger Kühlkörper, in dessen Hohlraum die Elektronik eingebaut wurde.

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Ein Umbau der Lautsprecheranschlüsse auf Bananensteckertauglichkeit konnte entfallen, diese Anschlüsse sind es bereits ab Werk!

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Der Vorverstärker verfügt über zwei Phonoeingänge und diverse andere Eingänge und hat zusätzlich einen leiseren Vorverstärkerausgang für Equalizer.

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Auch hier ist, wie bei allen Toshiba-Mini-Komponenten, ein dicker Aluminumwinkel für die Front und den Deckel das bestimmende Element der mechanischen Konstruktion. Oben sind in alle Geräte zwei Schienen mit je drei Rillen quer über das Gerät eingepresst, unten gab es genau dazu passende Gummifüsse – so standen die Geräte stets völlig gerade und ausgerichtet übereinander. Einfach aber genial!

Auf der Rückseite finden sich natürlich Cinchbuchsen für alle Eingänge und die sogar vergoldet.

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Zum guten Ende der Tuner, auch der große, nämlich der Synthsizer mit Suchlauf und Digtalanzeige (damals nur der absolut gehobenen Preisklasse vorbehalten!)

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Mit Einführung dieser Gerätegattung, gab es auch an Japanern endlich die begehrten Stationstasten.

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An der Rückwand nichts Auffälliges – eine Antennenbuchse und die Cinchausgänge – fertig.

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Ganz zum Schluß gibt es noch zwei Fotos der Gesamtanlage, wie sie im Betrieb übereinander gestellt aussieht.

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Wer heute so ein Türmchen, in diesem Zustand und so perfekt funktionierend, besitzt, darf sich wirklich glücklich schätzen.

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