Tuner und Verstärker von Akai aus dem Jahr 1978

sind hier: Home » Gerätevorstellungen » Tuner und Verstärker von Akai aus dem Jahr 1978

Die Marke AKAI war durch die Spulentonbandgeräte sehr bekannt geworden – einer der ganz großen Anbieter in diesem Bereich, weltweit und schon seit den 1960er Jahren. Im Lauf der Jahre kamen Kassettendecks, zunächst 8-Track-Geräte, später dann auch MC (Musik-Cassetten)-Geräte. Die ersten Verstärker, Receiver und Tuner kaufte man dazu (von Pioneer, wie an den bekannten Lautsprechersteckern zu erkennen ist), später begann man eigene Gerätelinien zu bauen. Nach und nach entwickelte sich die Firma AKAI zum Vollsortimenter, der auch Video-Geräte im Programm hatte und stets erfolgreicher wurde. Im Jahr 1978 umfasste der Katalog in Deutschland bereits 75 Seiten auf denen Hifi in allen Preislagen mit Tunern, Verstärkern, Receivern, Plattenspielern, natürlich Kassettendecks und Tonbandgeräten, sowie Lautsprecherboxen und auch Videogeräten angeboten wurde. Neben der Akai-Hauptniederlassung in Dreieich (vorher in Buchschlag) gab es noch weitere Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf und München, dazu noch Handelsvertreter in Berlin, Hannover und Bielefeld. Ein wirklich Großer in der Branche also.

Heute stelle ich zwei der Geräte von 1978 vor – den Tuner AT-2400 und den Verstärker AM-2600. Es gab sie in schwarz oder silber und es gab noch kleinere und größere Geräte im Angebot. Die Tuner hießen AT-, die Verstärker AM- und es gab drei Linien = 2200, 2400 und 2600. Alles sehr hübsche Geräte und auch heute noch sehr beliebt – zu Recht, wie ich  finde.

Die Geräte wurden in Holland von einem Händler über ebay erworben und funktionierten so leidlich, bedurften aber doch noch etlicher Arbeiten, um beide noch für viele Jahre zu benutzen und sich dran zu erfreuen. Der Tuner  AT-2400, mit dem ich beginne, hatte nur schwachen Empfang und ließ sich nur schwierig abstimmen.

Dies liegt zumeist an korrodierten Masseverbindungen im Drehkondensator (häufig als Drehko abgekürzt). Nach einer gründlichen Reinigung und Versiegelung sieht das dann so aus wie oben.  Der Drehko in seiner Gesamtheit ist unten abgebildet. Die Plattenpakete mit den größeren Abständen sind für FM, die mit den kleineren Abständen für AM. Dies ist ein Viergang-FM und ein Zweigang-AM-Drehko. Oben auf dem im Englischen auch Frontend genannten Bauteil sitzen die Abstimmkondensatoren, dahinter auch noch Spulen zur Abstimmung. Hieran sollte man nur einstellen, wenn man sich genau damit auskennt und entsprechendes Equipment besitzt und damit auch umgehen kann.

So schaut der Tuner insgesamt von oben aus. Dort waren 7V-Lampen in Holland eingebaut worden, obschon dort knapp 9V anliegen. Also habe ich 12V-Lampen eingebaut, sonst hält das nicht lange. Ebenso wurden etliche Elektrolyt-Kondensatoren (Elkos) erneuert. Die Platinen wurden nachgelötet und gereinigt.

Die Lampen beleuchten eine Acrylplatte, die ihrerseits die Skala indirekt beleuchtet.

Von unten sind hier die nachgelöteten und gereinigten Platinen zu sehen.

Am Verstärker AM-2600 fiel zuerst der defekte Netzschalter auf, der nach dem Einschalten laute Knister- und Brizzel-Geräusche von sich gab. Also wurde dieser erneuert. Links der neue, rechts der alte.

Interessehalber habe ich den alten Netzschalter geöffnet und man kann deutlich die verbrannten Kontakte sehen.

Da ist nichts mehr zu retten, jedenfalls nicht auf Dauer.

Damit der neue Netzschalter auch lange hält, wurden beide Kontakte mit Funkenlöschkondensatoren (X2-Spezifikation!) ausgestattet.

Hier sieht man kompletten Verstärker während der Arbeiten, die Frontplatte ist demontiert.

Sie wird hier gerade mit Sodareiniger und einer kleinen Bürste gründlich gereinigt.

Nach einer anschließenden Nachreinigung mit Glasreiniger wird mit einem Mikrofasertuch poliert – dann ist die Frontplatte wieder sauber.

In Holland kannte man sich wohl mit dem Gerät wohl nicht so gut aus, denn die Leuchtdiode für die Poweranzeige war an der hinter der Frontplatte befindlichen Werkplatte mit Klebstoff befestigt. Dort konnte man sie von aussen gar nicht sehen. Der Kleber hielt allerdings so gut, dass die Original-LED bei dem Versuch zerbrach, sie aus der Werkplatte auszulösen. Da blieb dann nur der Ersatz durch eine andere Leuchtdiode.

An diesem Loch war die LED angeklebt.

Diese kleine Platine beherbergt die Eingangsbuchsen und den Phonovorverstärker. Auch das wurde alles überarbeitet und die Elkos erneuert.

Auch das Lautsprecherrelais wurde erneuert, denn diese sind in den allermeisten Fällen verschlissen.

Ausgestattet ist der AM-2600 mit Toshiba-Endtransistoren ausgerüstet, die 120V, 12A und 100Watt bei einer Transitfrequenz von 60 MHz leisten können – das ist wirklich deutlich mehr, als in diesem Verstärker benötigt wird. Ein wirklich vollständiger Ersatz bei Defekten ist heute kaum noch möglich.

Hier ein Überblick über den kompletten Verstärker von oben. Übersichtlich und sauber aufgebaut.

Auch von unten kann man nichts Negatives entdecken, ein ordentlicher Mittelklasse-Verstärker.

Nun sind beide Geräte fertig gestellt und können von aussen betrachtet werden. Die Holzgehäuse sind mit Folie beklebt, die aber recht hübsch ist.

Mit gereinigten Fronten und neuer Beleuchtung sehen die Geräte wahrlich nicht aus, als ob sie schon fast 40 Jahre alt wären.

Die Fronten sidn klar gegliedert und geben keinerlei Rätsel bei der Bedienung auf.

Der Tuner verfügt auch über einen Output-Level, damit es keinen Pegelsprung beim Umschalten von Phono auf Tuner gibt.

Feldstärke und Ratiomitte werden von zwei getrennten, beleuchteten Instrumenten angezeigt. Auch die Schwelle der Stummschaltung (Muting) kann an der Front stufenlos eingestellt werden.

Am Verstärker fällt die neue LED an der Front auf, da, wo sie schließlich hingehört. Die Power-Meter können für laute und leise Pegel umgeschaltet werden, die Loudness-Schaltung kann auf Wunsch nur für Bässe oder für Bässe und Höhen wirken. Ein eigener Tape-Monitor-Schalter für zwei Tapes ist auch vorhanden.

Es können zwei Paar Lautsprecher angeschlossen werden, die Pegelabsenkung kann in zwei Stufen (-15 oder -30 dB) gewählt werden, es gibt Hi- und Low-Filter, sowie einen Tone defeat-Schalter, der die Klangsteller überbrückt.

Auch an den Rückseiten ist alles übersichtlich und hochwertig. Für Phono sind sogar drei Impedanzwerte wählbar (30, 47 oder 100k Ohm).

Nach der vollständigen Überarbeitung dieser beiden Geräte, zweigte sich, dass es sich hier um wirklich haltbare und solide Geräte handelt, die es absolut lohnt zu bewahren und die man noch lange, lange zum Musikhören nutzen kann.

2 Kommentare für “Tuner und Verstärker von Akai aus dem Jahr 1978

  1. Volker Pfeffer|

    Wie immer toller Bericht. Aber man sollte darauf hinweisen das bei den reinen Europa Modellen du Recht hast mit der Dreier Line bei den AT (2200,2400,2600).
    Bei AM kommt zu den Dreien noch der größte hinzu, der 2800.

    Liebe Grüße
    Volker

    Stimmt schon, lieber Volker, aber der AM-2800 wurde erst ein Jahr später, nämlich 1979 nachgeschoben. Im Jahr 1978 gab es tatsächlich nur diese drei Vollverstärker im AKAI-Programm (jedenfalls in Deutschland) – siehe auch hier:
    Akai-Deutschland Katalog von 1978

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.