Wega Lab Zero

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Vor einigen Tagen hatte ich eine wirkliche Legende auf dem Tisch: einen Tuner von Wega, den Lab Zero Tuner! Dieses Gerät, welches im Jahr 1978 exakt 250 mal gefertigt wurde (es wurden aber nur 249 Exemplare verkauft, das letzte steht in einem Museum). Entgegen der häufig verbreiteten These dass der inzwischen leider verstorbene „Tuner-Papst“ Reinhard Wieschhoff van Rijn diesen Supertuner entwickelt hätte – ist falsch. In der Zeit, in der der Tuner entwickelt wurde, war er noch bei Klein und Hummel beschäftigt (bis 1981) und ging kurze Zeit später zu Blaupunkt, um dort das „New York“ zu entwickeln. In Wirklichkeit stammt der Tuner aus den Händen von Martin Schwarz und seinem japanischen Mitstreiter Hideo Nakamura aus dem Sony-Lager (Wega gehört seit 1975 mehrheitlich zu Sony) und geriet dennoch genau so gut wie der berühmte FM-2002 von Reinhard Wieschhoff. Aufgrund der geringen Stückzahl tauchen diese Modelle extrem selten auf und werden entsprechend hochpreisig angeboten (um 4000 Euro von Händlern wie Audio-Extasa oder Audioscope). Ein absolutes Superlativ ist der Drehko mit 10 Gängen, der eigens für dieses Modell angefertigt wurde. Verkauft wurde dieser Tuner in Deutschland für rund 3.900 DM und blieb bis etwa 1982 im Angebot – erst dann waren alle verkauft. Zum Vergleich: der K&H FM-2002 kostete rund 3.500 DM und von dem wurden auch nur einige hundert Stück verkauft, die meisten an Rundfunkanstalten, die ihn oft als Ballempfänger nutzten.

Zunächst einige Bilder aus dem Geräteinneren:

[Bild: wega-labzerotuner-1-1slopj.jpg]

Zwei der Platinen links im Bild, rechts der 10-Gang-Drehko. Der Defekt (ein Kanal kein Ton) war rasch gefunden: das Reedrelais für Muting hatte ein Kontaktproblem (ein mir völlig neues Phänomen an einem Reed-Relais), welches ich nur durch den Tausch beseitigen konnte, zusätzlich habe ich noch ein paar Tantal-Elkos durch Panasonic FC’s ersetzt. Auch ein loser Schalter wurde befestigt. Das war schon alles – der Empfang war hervorragend, ebenso wie der Klang.

[Bild: wega-labzerotuner-3-1j3oy5.jpg]

Von Hause aus sind alle Abteilungen mit Blechplatten abgeschirmt, beschriftet mit dem Verwendungszweck der jeweiligen Behausung.

[Bild: wega-labzerotuner-4-1u3owh.jpg]

Der Seilantrieb des Drehkondensators dürfte wohl einer der kürzesten überhaupt sein.

[Bild: wega-labzerotuner-5-1rjq9n.jpg]

Von aussen eindrucksvoll, die eigenwillig gestaltete WEGA Lab Zero Serie und mit 15kg bestimmt einer der schwersten Tuner der Welt. Kein AM vorhanden, natürlich.

[Bild: wega-labzerotuner-6-1svoqo.jpg]

Keine Skala, sondern nur eine Frequenzanzeige, die auf (damals auch noch übliche) Kanalanzeige umgeschaltet werden konnte.

[Bild: wega-labzerotuner-8-1qsqm1.jpg]

[Bild: wega-labzerotuner-9-19spz3.jpg]

Ganz rechts auf der Frontplatte war die dreistellige Serien-Nummer eingestanzt, dieser hier hat 006 – ein ganz früher also.

[Bild: wega-labzerotuner-7-1sjph2.jpg]

An der Rückwand finden sich auch Anschlüsse für ein Oszilloskop, mit dessen Hilfe man eine Richtantenne ganz exakt ausrichten kann.

[Bild: wega-labzerotuner-10-lyowv.jpg]

[Bild: wega-labzerotuner-11-eqpz7.jpg]

Wie gesagt: dieses Gerät ist eine Legende, im Gegensatz zu den Vor- und Endverstärkermodellen aus der Lab Zero-Serie, die nur Sony TA-E86 und TA-N88 in Wega Gehäusen sind – der Tuner jedoch eine Eigenentwicklung darstellt.

Wohl dem, der einen davon sein eigen nennen kann!

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