Yamaha C-1 und B-1

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Im Jahr 1975 plante man bei Yamaha in Hamamatsu/Japan eine Vor-/End-Verstärker-Kombination zu bauen, die so ziemlich alles in den Schatten stellen sollte, was damals weltweit angeboten wurde. Heraus kamen 1976 der Vorverstärker C-1 und die Endstufe B-1. Diese beiden wurden hierzulande für 5.600,-DM (C-1) und 5.200,- DM (B-1 inkl. der Anzeige und Pegeleinheit UC-1) angeboten. Bei diesen Preisen wurden wohl nicht allzu viele verkauft. Auch deshalb taucht heute so etwas nicht allzu häufig auf bei uns, aber genau deshalb stellen wir die beiden heute hier vor:

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Zunächst hebt man sich fast einen Bruch beim Anheben, das ist die Endstufe inkl. Anzeigeeinheit, aber ohne Verpackung – und ja, die Waage zeigt Kilo an, nicht lbs!

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Das ist einer der V-FET-Endstufentransistoren der B-1, der größte Transistor, den ich je sah.

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Hier mal ein Größenvergleich zu einem üblichen TO-3-Transistor (oben), der unten ist aber sehr  viel weiter entfernt, er ist beinahe doppelt so groß.

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Alle kleineren Platinen sind gesteckt, sogar die fünf Lautsprecher-Ausgangsrelais sind gesteckt (oben im Bild). Der Rest des Gerätes sind Kühlkörper und Trafos. Das ist übrigens der Blick von oben in das offene Gerät. Insgesamt gibt es da zwölf Trimmerpotentiometer zum Einstellen.

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Beim Blick von unten erkennt man, dass diese Geräte wohl von Hand zusammengebaut wurden. Zwei Trafos, zwei Gleichrichter, vier Siebelkos – das nennt man Doppelmono – war ja wohl auch nicht anders zu erwarten.

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Das ist die Endstufe mitsamt der vorn aufgesteckten Anzeige- und Regeleinheit UC-1 (gab es gegen Aufpreis). Die Endstufe leistet sehr konservativ angegebene 2 mal 160 Watt Sinus an 8 Ohm.

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Hier die Front der UC-1 (die Endstufe ist ja dahinter!).  Zwei große, beleuchtete Power-Meter, neben dem Netzschalter und dem Rumpelfilter.

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Die Front hat diese typische dunkelbraune etwas raue Oberfläche.

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Auf der rechten Seite gibt es zehn Pegelsteller, für jeden Lautsprecher der fünf anschließbaren Paare, so dass man keinen Pegelsprung beim Umschalten mehr hören muss. Darunter sind die fünf Schalter zum Auswählen der Boxenpaare.

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So schaut die Endstufe B-1 von hinten aus.

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Es gibt einen „normalen“ und eine invertierten Eingang, das Rumpel-Filter ist hinten nochmal schaltbar, da die UC-1-Front ja nur ein optionales Zubehör ist.

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Ja, zehn Klemmen – auch für dickere Kabel. Rechts die Ferneinschaltbuchse.

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Hier sind beide Geräte zusammen abgebildet, die wiegen zusammen knapp 60 kg.

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Oben der Vorverstärker C-1 und unten B-1 mit UC-1. Man kann diese Kombination bei Audioscope erwerben – die wollen tatsächlich 10.000 Euro dafür sehen.

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Hier ist der C-1 mitten bei der Arbeit fotografiert. Sehr servicefreundlich aufgebaut: damit man die Flat-Amp-Platine (in Bildmitte) heraus nehmen kann, sind die Stangen für die Schalter klappbar angeordnet – sehr geil gemacht.

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Hier nochmal aus der Nähe, die vordere Stange ist nach oben geklappt. Die beiden hinteren in der normalen Arbeitsstellung.

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Das sind die drei Drehschalter, die mit den Knebelknöpfen bedient werden – extrem aufwändig gemacht, wie alles an den Geräten.

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Das ist das Volume-Potentiometer, ich wusste gar nicht, dass es die RK-Baureihe im Jahr 1975 bei Alps schon gab, muss aber so sein, denn hier ist sie ja schon eingebaut.

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Das ist die Netzteilplatine, ebenfalls sehr servicefreundlich gesteckt und komplett herausnehmbar.

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Der Schaltplan dieses Modells ist wirklich das aufwändigste, was ich jemals sah. Man beachte: links das ist DIN-A4-Format!

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Hier mal eine Übersicht über das gesamte offene Gerät von oben.

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So schaut das aus, wenn Die Netzteilplatine gerade herausgenommen ist.

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Sie liegt, zum Erneuern von einigen altersschwachen Elkos, bequem auf dem Tisch – so macht das Arbeiten Spaß.

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Hier sind die Abschirmbleche bereits wieder montiert.

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Und so schaut der Vorverstärker komplett aus.

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Eine schier unüberschaubare Menge an Knöpfen, Hebeln und Buchsen befinden sich an der Front – kennt jemand ein Gerät mit mehr?

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Auch hier gibt es beleuchtete Pegelanzeigen, zusätzlich einige rote Leds direkt in der Front montiert.

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Weiter rechts finden sich die drei Wahlschalter mit den Knebelknöpfen für Tape-Aus- und Eingänge, sowie die Eingangswahl. Darunter Drehschalter (keine Potis!) für die Klangeinstellungen.

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Weiter rechts finden sich noch einstellbare gehörrichtige Lautstärkeeinstellung (Loudness), Balance und Volume. Darunter noch etliche kleine Knöpfe, die alle zur Klangeinstellung gehören – unglaublich, wieviele Ideen die Entwickler da so hatten…

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Hinten gibt es neben vielen, sehr hochwertigen Cinchbuchsen  auch noch Anschlüsse für die externe Ansteuerung der Pegelanzeigen – sofern man das möchte.

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Eine absolute Besonderheit ist die Pegeleinstellung aller Eingänge mit Ausnahme des Tunereinganges – der ist die Referenz, an der sich alle anderen in der Lautstärke orientieren.

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Auch ein Oszilloskop lässt sich hier anschließen, mit eigenem Pegelsteller.

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Insgesamt ist dieser Vorverstärker, aber auch die vorgestellte Endstufe, Geräte der absoluten Spitzenklasse – mit unglaublich vielen Anschlussmöglichkeiten. Es ist schon höchst erstaunlich, was manche Hersteller so angeboten haben, Technics hat da mal ganz ähnliche Riesen im Angebot, die wohl noch seltener zu finden sind.

2 Kommentare für “Yamaha C-1 und B-1

  1. „Eine schier unüberschaubare Menge an Knöpfen, Hebeln und Buchsen befinden sich an der Front – kennt jemand ein Gerät mit mehr?“

    Hallo Armin.
    Ja, ich kenne ein Gerät das mehr Knöpfe hat, der seltene Technics SU-A2 Vorverstärker. Dieses Exemplar wurde in Dänemark zusammen mit der passenden Endstufe SE-A1 renoviert:
    https://www.facebook.com/s2v.dk/photos/a.893980034012162.1073741875.550271421716360/893980500678782/?type=3&theater
    MfG
    Henrik B., Dänemark.

    Ja, danke Henrik – deshalb mein Schluss-Satz im Bericht, denn genau an diese beiden hatte ich dabei gedacht. Solche hatten wir auch schon einmal in Arbeit.
    Hier: http://www.good-old-hifi.de/technics_su-a2/
    Die beiden stammen von 1979 und waren wohl dafür gemacht, die Yamahas zu übertreffen.
    Beste Grüße Armin

  2. Ich habe diese beiden Geräte, Yamaha B-1 und C-1 am 07.11.16 bei Good-Old-Hifi zur Durchsicht vorbeigebracht und am darauf folgenden Samstag wieder abgeholt. Ich möchte mich an dieser Stelle für den Superservice und die tolle Beratung bedanken! MfG Gerd B.

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