Yamaha C-65

sind hier: Home » Gerätevorstellungen » Yamaha C-65

1972 begann Yamaha, eigentlich ein großer Mischkonzern, der neben Musikinstrumenten, Motorrädern, Außenbordmotore, Stromerzeuger, Jet-Skis und noch vielen anderen Produkten, seine Hifi-Produkte in Deutschland anzubieten. In Japan stellte diese Traditionsmarke, gegründet 1887,  schon seit 1954 Unterhaltungselektronik her. Den Verkauf eröffnete man hierzulande mit drei Verstärkern (CA-300/500/700), drei Tunern (CT-300/500/700) und drei Receivern (CR-300/500/700),  einem Plattenspieler (YP-700) sowie einigen Lautsprechern. Kennzeichnend an diesen Geräten war die durchgängige und ausschließliche Bestückung mit DIN-Buchsen und Lautsprecher-Anschlüsse über Steckkontakte – für den deutschen Markt eben, so dachte man im fernen Japan. Einige Zeit später hatte man dazu gelernt und bot die Geräte international angepasst mit Cinch-Buchsen und Lautsprecherklemmen an, so wie die anderen japanischen Hersteller auch. Yamaha war damit einer der letzten, großen japanischen Anbieter auf dem deutschen Markt. Nach und nach wurde das Programm größer und man entwickelte sich zu einem sehr hochklassigen Anbieter, jedoch niemals ohne die unteren Preisregionen zu vernachlässigen. Aber auch in den unteren Preislagen wurde immer sehr hochwertige Qualität angeboten.

Im Jahr 1986 hatte Yamaha bereits ein Riesenprogramm mit Vorverstärkern, Endstufen, Vollverstärkern, Tunern, Receivern, CD-Playern, Plattenspielern, Kassettendecks, Tonabnehmern, Kopfhörern und Lautsprecherboxen – alles aus eigener Produktion (!), teilweise sind sogar „ruhmreiche“ Modelle dabei, z.B. die Box NS-1000. Yamaha zählte eindeutig zu den etablierten und hochwertigen Hifi-Vollsortimentern – von denen es ja nur ganz wenige gibt.

Stellvertretend stelle ich heute einen Vorverstärker von 1986 vor, das Modell C-65, welches noch einen kleineren (C-45) und einen größeren (C-85) Bruder hatte und ganz in der Tradition der berühmten Vorgänger C-1, 2 und 4 standen. Dazu passend gab es drei Endstufen M-45, 65 und 85.

yamaha-c-65-1-29227-celle

Das Gerät war zuvor schon „behandelt“,  einige Bauteile waren bereits erneuert, jedoch hatte der „Kollege“ es versäumt, die Bauteilanschlüsse zu kürzen, wie man auf dem Foto erkennen kann.

yamaha-c-65-2-29227-celle

Zudem handelte es sich um Ersatztypen, die zwar prinzipiell funktionierten, jedoch nicht so ganz stimmig passten. Da habe ich sofort die Originaltransistoren wieder eingebaut.

yamaha-c-65-3-29227-celle

Diese haben eine andere Bauform und sind heute leider nur noch schwierig zu bekommen. Aber nur so ist gewährleistet, dass das Gerät auf beiden Kanälen völlig gleich klingt.

yamaha-c-65-4-29227-celle

Auf der Lötseite ist nachher auch nicht mehr zu erkennen, wo da gelötet wurde – so soll es ja auch sein.

yamaha-c-65-5-29227-celle

Zusätzlich gammelten die Schalter, die zuvor bereits mit Kontaktspray bearbeitet waren, wie uns der Besitzer mitgeteilt hatte.

yamaha-c-65-6-29227-celle

Diese wurden vollständig gereinigt und poliert, dann mit Kontaktfett versiegelt und wieder eingebaut.

yamaha-c-65-7-29227-celle

Auch hier verrät nichts, dass hier bereits gelötet wurde.

yamaha-c-65-8-29227-celle

So schaut der C-65 im ganzen von unten (Lötseite) aus.

yamaha-c-65-9-29227-celle

Das ist der Anblick von oben. Man kann den recht hohen Aufwand erkennen, mit dem hier konstruiert wurde. Ein sehr aufwändiges Phonoteil für MM und MC mit wählbaren Impedanzen und eigenem Netzteil auf der rechten Seite. Links der Hochpegelverstärker, vorn das Klangregelteil. Die Schalter werden mit Bowdenzügen betätigt.

yamaha-c-65-10-29227-celle

Hier das Netzteil für den Hochpegelverstärker.

yamaha-c-65-11-29227-celle

Und hier das Netzteil für die Phonoeingangsstufe. Die Railspannungen und Masseverbindungen sind mit dicken Kupferschienen verbunden. Da hält die Verluste sehr gering.

yamaha-c-65-12-29227-celle

Der Phono-Vorverstärker in der Übersicht, hier werkeln mehr als 30 Transistoren und zwei IC’s pro Kanal.

yamaha-c-65-13-29227-celle

Das sind alle erneuerten Bauteile.

yamaha-c-65-14-29227-celle

So sieht der C-65 Vorverstärker von aussen aus. Schlicht, wie beinahe alle Yamahas – die haben immer ein zurückhaltendes Äußeres. Dafür werden die nie unmodern, weil zeitlos gestaltet.

yamaha-c-65-15-29227-celle

Das ist die Front – es sind nur wenige Bedienelemente zu sehen: Power, Eingangswahl, Volume, sowie Muting und Tone Bypass. Aussen am Volumepoti gibt es – ebenfalls Yamaha-typisch – ein stufenlos einstellbares Loudness-Poti.

yamaha-c-65-16-29227-celle

Alle übrigen Knöpfe werden von der eleganten, aber stabilen Klappe veborgen. Dort gibt es noch Bass- und Höhen-Potis mit wählbarer Einsatzfrequenz.

yamaha-c-65-17-29227-celle

Daneben finden sich noch Schalter für Mono/Stereo und ein Subsonic-Filter, einen REC-Out-Selector und schließlich den Wählschalter für etliche Phono-Eingangsimpedanzen für MM und MC nebst der Stellung für das zweite Phonobuchsenpaar (Phono 2). Da muss man ja nicht so oft heran, weswegen man diese Schalter auch gut verbergen kann. Das Gerät wirkt bei geschlossener Klappe viel unkomplizierter.

yamaha-c-65-18-29227-celle

Der beleuchtete Eingangswahlschalter mit gegenseitiger Auslösung.

yamaha-c-65-19-29227-celle

Das Balance-Poti ist unten an der Frontplatte als Rändelrad angebracht. Dies führt häufig dazu, dass die Dame des Hauses durch Staubwischen unbeabsichtigt einen Kanal ausfallen lässt.

yamaha-c-65-20-29227-celle

Die zahlreichen Buchsen an der Rückseite sind allesamt vergoldet. Für den Preis von 1.198,- DM wurde hier insgesamt ein sehr überdurchschnittlicher Aufwand getrieben.

yamaha-c-65-21-29227-celle

Die Anschlussmöglichkeiten sind vielfältig: zweimal Phono, Tuner, CD, zusätzlich Video (Aux) und zwei Tapes – im Zuge der Jahrzehnte wagte man in Hamamatsu in 1986 bereits, die DIN-Buchsen ganz wegzulassen.

3 Kommentare für “Yamaha C-65

  1. Hehe, das Ding sieht ja wieder richtig gut aus. Dank der Bilder brauche ich es ja nicht einmal aufzuschrauben, wenn es wieder bei mir ist. Und ich freue mich schon darauf, es endlich einmal im Zustand „wie neu“ zu hören. Und nicht der Vorbesitzer hat von der vorherigen – hm – Behandlung etwas mitgeteilt, sondern der nunmehr vermutlich wieder höchst zufriedene derzeitige Nutzer. Insbesondere bin ich auf den in der Tat sehr beeindruckenden Phonozweig gespannt.

    Herzlichen Dank jedenfalls schon einmal für all die Mühen von good-old-hifi!

    Ja, sorry, das war ein Tippfehler von mir! Es sollte Besitzer und nicht Vorbesitzer heißen – wurde bereits korrigiert. Was ist denn hm-Behandlung?
    Beste Grüße Armin

  2. Marc Engelmann|

    Hallo. Zunächst ein „Hut ab“ für die saubere und aufwändige Arbeit, ich weiß, was es heißt, solche Kontaktschalter auszubauen, reinigen und wieder so sauber zu verlöten. Sehr gute Arbeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.