Yamaha B-2X

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Fertig geworden ist nun eine angeblich unzerstörbare Endstufe, die jedoch nach leichter Geruchsentwicklung im Inneren, entgegen Ihrem Ruf, doch den Geist aufgegeben hat, aber dazu später mehr.

Diese gewaltige Endstufe von Yamaha, namens B-2X von 1985, die bei einem Gewicht von 26kg eine Sinusleistung von 2 mal 306 Watt an 4 Ohm nach DIN abgeben kann, jedoch auch bis zu 2 mal 625W Impulsleistung bis hinunter an 2 Ohm zu leisten vermag. Sie nimmt dann auch bis zu 1300 Watt aus dem Netz auf und hat einen Dämpfungsfaktor von 200, bezogen auf 8 Ohm. Neu hat sie damals 3.600,- DM gekostet – nicht gerade ein Sonderangebot, aber sie gilt eben als unzerstörbar.

Nach über 20 Jahren YAMAHA-Vertragskundendienst muss ich zugeben, dies ist die erste B-2X, die ich je auf dem Tisch hatte – es scheint also etwas dran zu sein, an dem Ruf der Unzerstörbarkeit. Wieso also war diese B-2x dennoch tonlos? – Um es vorwegzunehmen: die Endstufen waren nicht defekt, es war etwas anderes, letztlich hatte ein Kondensator den Defekt ausgelöst. Die sagenumwobene Unzerstörbarkeit beruht auf einem Schaltungstrick, den Yamaha für seine PA-Endstufen im Musikbereich erdacht hatte: zusätzlich zu kräftigen Endstufen wollte man eine Strombegrenzung zur Sicherung betreiben – das sind Gegensätze, die sich krass widersprechen, daher baute man eine konventionelle und impulsstarke Endstufe und kontruierte eine äußerst potente kleine Endstufe hinzu, die zwischen dem Masseanschluss der Enstufe und dem Minus-Anschluss des Lautsprecherausgangs sitzt. Diese Endstufe kann nur ganz kleine Ausgangsspannungen erzeugen, weil sie mit nur 3,5 Volt (plus/minus) Betriebsspannung arbeitet, aber sehr große Ströme verwalten. Sollte sich nun ein Betriebszustand ergeben, der die Endstufe in große Bedrängnis bringen sollte, zum Beispiel ein Kurzschluss, dann liefert die „kleine Masseendstufe“ genügend Strom für einen korrekten Betrieb, begrenzt diesen aber, wenn er zu groß werden sollte. Diese Grenze liegt dicht unterhalb des maximalen Leistungsvermögens der großen Endstufe. Eine sehr sichere Schaltung, die im normalen Hörbetrieb keinerlei Beeinträchtigung der Wiedergabe bewirkt – im Schadensfall aber einen Defekt vermeidet, sondern statt dessen lediglich die Wiedergabe unterbricht. Relais sind zusätzlich auch noch vorhanden. Also unzerstörbar.

Nun begab es sich aber, dass einer der vier Siebelkos der „kleinen Masseendstufe“ einen Kurzschluss hatte und eine dicke Beule bekam, hier im Bild: ( es sind alle vier, der rechts vorne ist es, oben links sieht man die Beule)

[Bild: 65nDe.jpg]

Der Kurzschluss bewirkte ein Abbrennen des Gleichrichters dieser Endstufe, so dass eine Betriebspannung fehlte. Die Kondensatoren haben extrem seltene Werte: 10.000µF bei 6,3 V – ersetzt habe ich alle vier mit Elkos von 10.000µF in 25 Volt – und die waren nur halb so groß. Zusätzlich kostete es noch einige kleinere Transistoren in der Steuerung der Stromüberwachung das Leben – aber die großen teueren Bauteile habe alle unbescahdet überlebt. Also irgendwie doch unzerstörbar.

Dies gilt aber nicht für das Äussere: leider hat der glückliche Besitzer dieser Ausnahmeendstufe den ihm zugesandten Maßkarton einer Styroporplatte beraubt, da ihm das Innere des Kartons wohl zu klein erschien. dadurch konnte die Endstufe sich während des Transports hin und her bewegen im Karton – was niemals so sein sollte! – und daher waren sämtliche Lautsprecherklemmen hinten an der Rückwand zerbrochen.

[Bild: vyrz3.jpg]
[Bild: iz2ZI.jpg]

Also mussten diese auch noch erneuert werden – auch hier gilt der Grundsatz: ohne Zerstörung und rückbaubar! – und es wurden gleich welche mit Bananensteckertauglichkeit.

[Bild: xQwCT.jpg]

Auch die Relais wurden noch erneuert, der Ruhestrom und der Offset eingestellt und dann durfte sie wieder ihre ganze Leistungsvielfalt gepaart mit hervorragendem Klang unter Beweis stellen – wirklich in jeder Hinsicht eine Ausnahmeendstufe!

[Bild: X8qh3.jpg]
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[Bild: IKky9.jpg]

Auch von innen zeigt sich ein blitzsauber aufgebauter, eben aus dem Profibereich stammender Aufbau, natürlich in strengem Doppel-Mono:

[Bild: moxnT.jpg]

Hier sieht man die neuen Kondensatoren schon bei der Arbeit: (die beiden großen schwarz/weissen weiter unten)

[Bild: Y2hdD.jpg]

Ein aufwändiger Fall, der aber äußerst interessant war!

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