AIWA - SA-C50 und -P50 Minis von 1980

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Im August 1978 startete die Marke Aiwa einen Versuch, im Hifi-Markt an Bedeutung zu gewinnen. So wurde die erste Mini-Anlage entwickelt und auf den Markt gebracht. Diese nannte man „22“, da die Gehäusebreite 22 cm betrug. Diese Anlage sah so aus:

AIWA ST-R22 (Tuner, SA-C22 (Vorverstärker) und SA-P22 (Endstufe) von unten nach oben – erschienen 1978.

Der Erfolg war überwältigend! Bald erschien diese Anlage auch gleichzeitig unter dem Namen BASF und in schwarz unter dem Namen WEGA (hieß dort „205“). Seit 1969 gehörte Aiwa mehrheitlich zu Sony, von daher war es nicht verwunderlich, dass WEGA diese Geräte auch vertrieb, denn auch WEGA gehörte zu Sony.

Angestachelt von diesem Erfolg brachten auch viele andere Hersteller Mini-Geräte auf den Markt, z.B. Toshiba, die ähnlich bekannt wurden, aber auch etliche andere. Bei Aiwa erweiterte man 1980 die Auswahl bei den Minis und wagte sich an größere Versionen. Es erschienen die Serien „50“ und „80“, die nunmehr nach der Ausgangsleistung benannt wurden. Vom Vor- und Endverstärker der Serie „50“ soll heute hier die Rede sein.

Diese beiden (Vor- und Endverstärker) wurden 1980 für 265,- DM (SA-C50) bzw. 450,- DM (SA-P50) verkauft, was angesichts der gebotenen Ausstattung als äußerst preiswürdig erachtet werden muss. Immerhin werden hier zweimal 50 watt sinus an 4 Ohm geboten und der Vorverstärker verfügt über Phono MM und MC plus zweimal AUX. Alles ist solide verarbeitet und funktioniert noch heute einwandfrei.

Hier ist gerade die Endstufe in Arbeit, nach Lösen nur weniger Schrauben kommt man an alles sehr gut heran.
Der Netzschalter bedurfte besonderer Aufmerksamkeit, da einerseits die Kontakte nicht mehr die besten waren und andererseits der Funkenlöschkondensator schon starke Risse hatte (Rifa).
So wurde der Kondensator in einen neuen „X2-Typ“ ausgetauscht und der zweite, vorhandene Kontakt parallel gelegt – nun geht alles wieder bestens.
In der Mitte sitzt ein 280VA-Toroidal-Transformator, der für zweimal 50 Watt recht großzügig dimensioniert ist. Hätte man in einer so kleinen Endstufe nicht erwartet.
Hier sieht man eine der beiden aussen an Kühlkörpern befestigten Endstufen, an den beiden blauen Trimmern lassen sich Offset und Ruhestrom einstellen.
Die Siebelkos für die Railspannungen haben, trotz der winzigen Gehäuseabmessungen immerhin jeweils 15.000µF. Beide hatten noch (fast) volle Kapazität.
Vorne in der Nähe der Front sitzt das Lautsprecherrelais, welches natürlich erneuert wurde.
Vorne an der Front signalisiert eine grüne LED den Betrieb, die rote LED-Kette ist als (Mono-) Power-Anzeige angelegt.
Von außen wirkt diese kleine Endstufe durch die Kühlkörper schon recht kräftig.
Die Front ist sachlich gehalten, außér Power und einem Kopfhöreranschluss gibt es lediglich Wahlschalter für die beiden Lautsprechergruppen.
Links der Netzschalter und die Power-Anzeige…
…rechts die Wahlschalter und die Klinkenbuchse.
Hinten ist außer für das Typenschild nur noch Platz für die Lautsprecheranschlüsse und zwei Cinchbuchsen als Eingang.
Bei den Japan- und US-Versionen sind vier Klemmen für die Lautsprecheranschlüsse installiert, bei den Europa-Versionen wurden für Gruppe B zwei DIN-Buchsen vorgesehen.
Der Vorverstärker SA-C50 ist ebenso servicefreundlich konstruiert, man kann die gesamte Platine mit Frontplatte umklappen.
Was man auf dieser kleinen Platine alles untergebracht hat, ist schon erstaunlich.
Von oben sieht man genauer, was da alles eingebaut ist.
Ganz links im Bild das Volume-Potentiometer, rechts neben den Schaltgestängen das Ausgangsrelais in Reed-Technik (also verschleißfrei).
Letzteres nochmal in Großaufnahme, Hersteller ist Hiatchi.
Hier unter den Stangen ist der Phonovorverstärker zu sehen, der für MM und MC umschaltbar ist – und das in einem Mini-Vorverstärker für 265,- DM !
Die vielen Kunststoffgebilde verlängern die Tasten bis nach hinten, dort wird, in unmittelbarer Nähe der Cinchbuchsen, die Eingangsquelle ausgewählt.
Der Vorverstärker präsentiert sich in der gleichen schlichten Optik, wie die Endstufe. Hier sind natürlich keine Kühlkörper notwendig.
Die Front ist bei den gegebenen Frontplattenabmessungen (nur 68 mal 250 mm!) ganz schön umfangreich bestückt.
Links sitzen der Netzschalter, ein Rumpelfilter, eine 20dB-Volumeabschwächung, ein Mono-Schalter und ein Tape-Kopie-Schalter. Unten sind Höhen- und Bass-Steller zu sehen.
Rechts kommt der Balance-Steller, der Tape-Monitor-Schalter, Loudness und Volume. Darüber der Eingangswahlschalter und der MM/MC-Umschalter.

An diesen Zwerg lassen sich tatsächlich ein Plattenspieler (MM oder MC), zwei Hochpegelgeräte (AUX), ein Tuner und zwei Tapes (einmal mit Monitor, das andere ohne und über DIN) anschließen, sogar Platz für eine (ungeschaltete) Steckdose blieb noch.

Nach der kleinen „22er“-Serie von 1978, schob AIWA 1980 diese größere „50er“-Serie nach, die dann wirklich ernst zu nehmen war. Noch besser ist die „80er“-Serie, die wir bestimmt auch noch irgendwann einmal vorstellen werden. Diese Serien wurden unter dem Konkurrenzdruck entwickelt, den der Mibewerber Toshiba 1980 durch die Serien „10“, „12“ und „15“ aufbaute, die der Elektronikriese auf den Markt warf und die sich großer Publikumsgunst erfreuten. Vermutlich rühren daher auch die niedrigen „Kampfpreise“ der Aiwa-Komponenten. Schon erstaunlich wie gut die nach knapp 40 Jahren noch funktionieren.

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