Kategorie Archiv: Gerätevorstellungen

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Alte Hifi-Geräte und die VDE-Vorschriften

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Schon seit den 1990er Jahren ist jeder Betrieb, der elektrische Geräte bearbeitet, sei es als Reparatur oder zur Prüfung, verpflichtet, diese Geräte auf Ihre VDE-konforme Beschaffenheit hin zu prüfen. Diese Prüfung muss dann entweder auf der Rechnung oder als Prüfsiegel am Gerät (sieht dann so oder ähnlich aus wie das Titelbild) dokumentiert werden. Dazu sind Geräte erforderlich die u.a die Spannungsfreiheit des Gehäuses messen, aber auch die Prüfung der Netzzuleitung und der Netzstecker sind vorgeschrieben. Der Betrieb muss den Benutzern der Geräte bescheinigen, dass von diesen keine Gefahr für Leib und Leben ausgeht. Die entsprechenden Vorschriften dazu sind in den DIN VDE 0701-0702 festgelegt, wer sich darüber genau informieren möchte, dem sei der Band 62 im VDE-Verlag mit dem Titel „Prüfung elektrischer Geräte in der betrieblichen Praxis“ (ISBN 978-3-8007-3615-7) empfohlen. Dort steht alles was erlaubt ist. Um es vorwegzunehmen: längst nicht alle Vintage-Hifi-Geräte erfüllen die VDE-Vorschriften  und dürf(t)en daher nicht unverändert an die Benutzer heraus gegeben werden. Wir prüfen jedes Gerät auf die Einhaltung der Vorschriften und verändern es nötigenfalls entsprechend. Dies soll hier heute Thema sein.

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Tuner und Verstärker von Akai aus dem Jahr 1978

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Die Marke AKAI war durch die Spulentonbandgeräte sehr bekannt geworden – einer der ganz großen Anbieter in diesem Bereich, weltweit und schon seit den 1960er Jahren. Im Lauf der Jahre kamen Kassettendecks, zunächst 8-Track-Geräte, später dann auch MC (Musik-Cassetten)-Geräte. Die ersten Verstärker, Receiver und Tuner kaufte man dazu (von Pioneer, wie an den bekannten Lautsprechersteckern zu erkennen ist), später begann man eigene Gerätelinien zu bauen. Nach und nach entwickelte sich die Firma AKAI zum Vollsortimenter, der auch Video-Geräte im Programm hatte und stets erfolgreicher wurde. Im Jahr 1978 umfasste der Katalog in Deutschland bereits 75 Seiten auf denen Hifi in allen Preislagen mit Tunern, Verstärkern, Receivern, Plattenspielern, natürlich Kassettendecks und Tonbandgeräten, sowie Lautsprecherboxen und auch Videogeräten angeboten wurde. Neben der Akai-Hauptniederlassung in Dreieich (vorher in Buchschlag) gab es noch weitere Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf und München, dazu noch Handelsvertreter in Berlin, Hannover und Bielefeld. Ein wirklich Großer in der Branche also.

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Pioneer SA-500, ein süßer kleiner Verstärker von 1969

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1969 gab es durchaus schon beachtliche Hifi-Geräte – aber die waren so teuer, dass sich das nur betuchte Leute leisten konnten. Insbesondere getrennte Verstärker und Tuner waren nicht häufig im Angebot und wenn, dann nur in der gehobenen Preisklasse. Telefunken hatte seinerzeit die acusta 250-Anlage im Programm, Braun hatte den kleinen CSV-250 – aber der kostete auch schon 798,- DM, noch dazu preisgebunden (da bekam man nirgendwo einen Nachlass). Die Marke Pioneer war noch recht neu auf dem deutschen Markt, importiert durch die Firma Melchers in Bremen, die das bis 1990 machte, erst dann kam Pioneer mit einer eigenen Niederlassung nach Deutschland.  Die boten drei Verstärker in ihrem umfangreichen Programm an: den SA-500, den größeren SA-700 und den ganz großen SA-900. Alle drei sahen einfach nur gut aus, die Fronten in silber und nichts Verspieltes dran. Der kleine SA-500 wurde für 498,- DM angeboten, was sehr preiswert war. Dafür bot man 2 mal 10 Watt sinus an 8 Ohm oder 2 mal 12 Watt sinus an 4 Ohm. Man bedenke: die Hifi-Norm DIN 45500 forderte 2 mal 6 Watt sinus an 4 Ohm (min. 10 Minuten lang). Damit hatte der SA-500 überhaupt kein Problem. Der SA-500 von 1969 taucht heute nur noch selten auf, sein Nachfolger, der SA-500A viel häufiger. Auch bei Sammlern spielen die kleinesten der Serien meist nur eine untergeordnete Rolle – wieso eigentlich? Meiner Meinung nach sind die genauso erhaltenswert. Denn: vergleicht man das mal mit den Autos der damaligen Zeit, dann tauchte ein 911er Porsche damals selten mal auf der Straße aus, 1200er Käfer hingegen rollten zu Millionen herum – und sind heute bei Sammlern hochbegehrt. Weshalb also nicht auch die kleinen Hifi-Geräte?

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Sony TA-F530ES - ein Vollverstärker für 898,- DM von 1989

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1989 war für den Hersteller Sony ein weiteres Jahr, in dem man versuchte die Audio-Sparte des drittgrößten japanischen Elektronik-Konzerns zu retten. Im Durchschnitt wurden jährlich knapp 500 neue Audio-Produkte auf den Markt geworfen. Auslöser der schwachen Konjunktur war die erste Yen-Dollar-Krise Anfang der 1980er-Jahre. Um die rund 200.000 Beschäftigten zu halten, waren riesige Anstrengungen nötig. So wurde 1989 dieser Verstärker für 898,- DM angeboten und bot dafür erheblich mehr als fast alle anderen Konkurrenten. Er leistete 2 mal 160 Watt sinus an 4 Ohm und verfügte auch noch über einen Record-Out-Selector, MM und MC- Anschluss und noch einige andere herausragende Austattungsmerkmale. Wie robust und langlebig diese preiswerten Modelle waren, lässt sich aus heutiger Sicht sehr gut beurteilen. So präsentiert sich dieser Verstärker auch heute noch durchaus konkurrenzfähig und zeichnet sich am Gebrauchtmarkt durch steigende Kurse aus. Kaputt ist eigentlich nichts, lediglich einige Alterserscheinungen, wie korrodierte Schalter und einige schwächelnde Elkos und Lötstellen stören das Musikwiedergabe. Alles ist aber mit überschaubarem Aufwand wieder herzurichten.

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Hitachi HMA-7500 - die bekannteste MOS-FET-Endstufe

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Hitachi ist einer größten Konzerne Japans, bestehend seit 1910 und beschäftigt rund 335.000 Mitarbeiter. Der Konzern beschäftigt sich mit Elektroerzeugnissen aller Art und Maschinen und Anlagenbau, darunter z.B. auch Kernkraftwerke. Im Hifi-Sektor war man nicht nur unter dem Namen Hitachi tätig, sondern auch unter dem Namen Maxell für Speichermedien  aller Art und Batterieren. 1969 begann Hitachi mit Unterhaltungselektronik den europäischen Markt zu erobern. Die Konzernzentrale legte man nach Hamburg. Es wurden viele Geräte der braunen und der weissen Ware angeboten, aber auch portable Klimanlagen. Ab 1973 bot man auch Hifi-Geräte an, zunächst nur mit mäßigem Erfolg, später dann recht erfolgreich, weil einige Achtungserfolge gelangen. Man entwickelte vielpolige Direktantriebsmotoren für Plattenspieler und Kassettendecks – Unitorque genannt – und machte den MOS-FET-Transistor hifi-hoffähig. Hitachi hatte seinerzeit eine sehr große Halbleiterfertigung und entwickelte damals schnell MOS-FET-Leistungstransistoren und brachten dann 1978 eine aufsehenerregende Endstufe auf den Markt, die Hitachis Antwort auf den von SONY im gleichen Jahr auf den Markt gebrachten V-FET-Transistor. Beide Verstärker-Baureihen haben bis heute viele Fans und das zu Recht, denn diese Geräte klingen einfach richtig gut.

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Pioneer SA-608 - ein "kleiner" Verstärker von 1979

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Die meisten Berichte hier stellen große, teure oder gar seltene Geräte vor, von denen die meisten, die diese Berichte lesen und die Zeiten noch selbst miterlebt haben, als diese Geräte noch neu waren, diese Geräte damals nie besessen haben. Oft haben Sie aber davon geträumt und  können sich deswegen heute diese Träume oft erfüllen, da sie heute über mehr Geld verfügen und die Geräte nunmehr für sehr viel weniger zu bekommen sind. Aber was ist mit den Geräten, die die Leser früher wirklich zu Hause hatten? Die, die nicht so viel kosteten, die, die man sich eben leisten konnte. Und eben die, die einem den Zugang zur Hifi-Welt ebneten. Mit denen hörte man jahrelang Musik und war eigentlich ganz zufrieden, wenn es da nicht die größeren, leistungsfähigeren, besser klingenden (?) aber eben viel zu teueren Geräte gegeben hätte, nach denen man sich aber immer noch ständig sehnte. Aber eben diese „kleinen“, unspektakulären Geräte, von denen die meisten einfach nicht mehr wissen, wo sie denn eigentlich abgeblieben sind, die sind es doch auch wert, hier einmal vorgestellt zu werden, oder etwa nicht? Für die meisten Älteren hängen da noch eher Erinnerungen dran, als an den großen, teuren Geräten, die man eh meist nur im Schaufenster oder im nächsten Vorführstudio gesehen hatte…

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Kenwood KA-501 - der kleinste Hi-Speed-Verstärker

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen, Restaurationen

1980 brachte Kenwood vier neueartige große Verstärker auf den Markt, die alle den Zusatz „Hi-Speed“ erhielten. Der Hersteller machte damit darauf aufmerksam, dass man sich um die Schnelligkeit der Signalverarbeitung gekümmert hatte, was einen besseren Klang und weniger Verzerrungen mit sich bringen sollte. Es herrschte halt ein extrem großer Wettbewerb damals und jeder Hersteller versuchte mit „bahnbrechenden“ Neuerungen auf sich aufmerksam zu machen. Diese vier Verstärker namens KA-907, KA-801, KA-701 und KA-501 zählen jedoch noch heute zu den gesuchten und gern benutzten Modellen. In den letzten Jahren stark steigende Preise auf ebay zeugen davon. Heute vorgestellt wird heute der kleinste aus dieser Baureihe, der KA-501. Er leistet 2 mal 65 Watt sinus an 8 Ohm, bzw.  2 mal 80 Watt an 4 Ohm und kann mit einer slew rate (das meint die Anstiegsgeschwindigkeit des Signals) von plus/minus 100 Volt pro µsec aufwarten – das ist im Vergleich schon ein sehr guter, jedoch rein theoretischer Wert. Dennoch die alu-matten Fronten mit den sehr großen Knöpfen für Lautstärke haben schon eine positive Ausstrahlung, die man einfach mögen muss.

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Pioneer C-21 - der Vorverstärker aus der Serie 20

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

Im Jahr 1976 hatte Pioneer Großes vor. Man schuf mehrere Superlative, um damit zu verdeutlichen, dass Pioneer einer der größten und vor allem bedeutendsten Hifi-Hersteller der Welt war. So brachte dieser Hersteller die Exclusive-Serie, die SPEC-Baureihe und die Serie 20 auf den Markt – alles Premium-Erzeugnisse! Die Exclusiv-Baureihe war höchstpreisig und nur für den japanischen Markt gedacht. Heute kaum zu finden, erst recht nicht zu bezahlen. Die SPEC-Baureihe bestand zunächst aus den Modellen SPEC-1 (Vorverstärker) und SPEC-2 (Endstufe), große hochwertige Geräte, für die Kunden, die gerne zeigen, was sie sich angeschafft haben. Die Serie 20 hingegen bediente die eher musikalisch ambitionierten Kunden, denen es weniger auf Äußerlichkeiten, dafür mehr auf die klanglichen Eigenschaften ankam. Die Serie 20 bestand aus vier Geräten: C-21 Vorverstärker, M-22 Endstufe, D-23 elektronische Frequenzweiche und U-24 einer Umschaltbox, Programmwähler genannt. Diese vier Geräte sehen eher nach wenig aus, dafür haben sie es faustdick hinter den Ohren! Die M-22 Endstufe zum Beispiel ist eine kleine Class-A-Endstufe mit 2 mal 30 Watt, die sich klanglich aber keineswegs hinter der SPEC-2 mit 2 mal 300 Watt verstecken muss! Ebenso der hier vorgestellte, sehr unscheinbare  Vorverstärker C-21, der offenbar kaum etwas hergibt, aber bei genauerer Betrachtung genau das ist, was man später High-End nannte. Und das mit einer Zurückhaltung und spartanischen Ausstattung, die man ehr von britischen Hifi-Geräten kennt.

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Sansui 7070 - ein schmucker Receiver von 1976

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen, Restaurationen

An diesem schönen Receiver funktionierte so gut wie nichts mehr, Skala und Instrumente blieben dunkel, lediglich der Skalenzeiger und die Power-Meter leuchteten noch, wenn man eingeschaltet hatte. Ansonsten kein Mucks. Dabei kann er so schön klingen dieser 7070, dessen größere Brüder 8080 und 9090 vielen bekannt sein dürften. Der etwas kleinere 7070 ist nicht so häufig anzutreffen. Der 7070 war genau in der Mitte dieser Receiver-Baureihe (5050-6060-7070-8080 und 9090), wobei er mit 2 mal 60 Watt sinus an 8 Ohm schon ein ganz schöner Brocken war, er löste den 881 ab. In Deutschland kamen die kleineren drei Receiver erst mit über einem Jahr Verspätung auf den Markt, da der deutsche Importeur (Compo Hifi) offenbar noch zu viele Vorgängermodelle auf Lager hatte. In den Audio-Clubs der Militärshops waren diese Receiver jedoch sehr beliebt und blieben häufig in Deutschland, wenn die Erstbesitzer nach Jahren in die Heimat zurückkehrten. So auch dieses Exemplar, den es kann mit allen Spannungen zwischen 100 und 240V betrieben werden.

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Yamaha C-2x ein Vorverstärker der Superlative

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

1985 brachte der renommierte Hersteller den Nachfolger C-2x für den zuvor  erfolgreichen Vorverstärker C-2A auf den Markt, der seinerseits den C-2 von 1976 abgelöst hatte. So hatte Yamaha stets hochwertige Endstufen und Vorverstärker im Programm, die sich auch heute noch bei Liebhabern großen Zuspruchs erfreuen. Die dazugehörende Endstufe hieß B-2x. In einem Vergleichsttest von Hifi-Vision von 1986 ging der C-2x als Sieger hervor, gegen so hochwertige Mitstreiter wie Adcom GFP-1A, Audiolabor Rein, Canton EC-P1, Nakamichi CA-5E, Onkyo P-200, Revox B 252, Tandberg TCA 3008A und Yamaha C-2x.

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