black flags - was ist das eigentlich?

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In diesen Tagen war bei uns ein Sansui AU-919 auf dem Tisch, in dem genau 26 solcher Kondensatoren verbaut sind, die mittlerweile weltweit den geprägten Namen black flags tragen. Dieser Name entstand im Audio-Karma, eines der weltgrößten Hifi-Foren, und zwar weil die Kondensatoren durchaus Ähnlichkeiten zu der früher so gefürchteten schwarzen Piratenflagge aufweisen. War es in Zeiten der Segelschiffahrt die Angst davor, von Piraten getötet zu werden, ist es heute die Angst davor, dass eben jene Kondensatoren so manchen Verstärker killen könnten – es ist leider schon häufig vorgekommen. Es handelt sich um sehr frühe Folienkondensatoren, die besonders für Audioanwendungen entwickelt worden waren, aber leider alles andere als langzeitstabil waren. Insbesondere die kleineren Werte neigen häufig zu plötzlich auftretenden sehr starken Abweichungen, die in Verstärkern zum Schwingen führen können und dann deren Überlastung samt völligen Defekt verursachen können.

Man findet diese „schwarzen Fahnen“ nicht nur in einigen Sansui-Modellen (AU-919, AU-719, AU-519, BA-F1 und AU-X1), sondern auch in teuren Kenwood-Geräten der L-07er Baureihe und in einigen Sharp-Optonica Verstärkern. Diese Kondensatoren waren in den betroffenen Kenwood-Geräten bereits in der Garantiezeit (also in den ersten 24 Monaten nach dem Verkauf) im Werks-Kundendienst verschrieen und es wurde vom Werk empfohlen diese gegen Keramik-Scheibenkondensatoren auszutauschen, auch vorsorglich.

Heute ist diese Problematik (dank des Internets) allgemein bekannt und man sollte die betreffenden Geräte prinzipiell  davon befreien.

Hier eine Endstufenplatine des AU-919 noch mit black flags bestückt:

Hier aus der Nähe, oben mittig einer, unten mittig drei davon.

Einen 33pF-Kondensator habe ich  mal gemessen, mit 31,5pF nicht auffällig und eigentlich in Ordnung, aber  langfristig gefährdet.

So schaut der kleine, ausgebaute Übeltäter aus.

Auch die verrufenen Doppeldioden VD1212 oder VD1221 wurden erneuert. Dort geht ganz gerne die Verbindung der beiden Dioden im Innern kaputt – und dann fließt maximaler Ruhestrom – und wieder eine Endstufe defekt. Das wäre doch schade.

Wir ersetzen die stets durch zwei 1N4148 in Reihe.

Hier nun dieselbe Platine des AU-919, nachdem alle gefährdeten Bauteile erneuert wurden.

Im AU-919 gibt es insgesamt 26 solcher Kondensatoren – auf drei Platinen.

Ersetzt werden sie durch solche Kerkos (Keramikkondensatoren), die so gut wie nie ausfallen oder zu Fehlern neigen.

Eine klangliche Veränderung stellt sich durch den Austausch jedoch nicht ein, es ist eine reine Sicherheitsmaßnahme, vorsorglicher Art.

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