Pioneer - die "Urushi-Serie"

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Die Marke Pioneer wurde 1938 gegründet als Fukuin Shokai Denki Seisakusho und erst 1961 in Pioneer umbenannt. In der ganzen Zeit stellt man ausschließlich Lautsprecher her und war zu einem der größten Produzenten der Welt auf diesem Gebiet aufgestiegen. 1963 begann man mit der Herstellung von Autoradios, kurz danach auch mit Home-Hifi. Ende der 1970er Jahre war Pioneer auch einer der größten Hersteller der Welt auf diesen beiden Gebieten. Zumindest bei Plattenspielern war man einige Jahre der weltweit absolut größte Hersteller. Mit vielen Geräten hatte man sich zu Recht einen ganz hervorragenden Ruf erworben, der allerdings nach der so genannten blauen Serie, die im Jahr 1979 auf den Markt kam und sehr großen kommerziellen Erfolg hatte, dann doch wieder verblasste, denn die Nachfolgeneration mit den Modellen A-9, T-9 und CT-9R und deren kleinere Brüder und Schwestern aus dem Jahr 1981 war mit den champagnerfarbigen Kunststofffronten dann nicht das, was Hifi-Freunde wirklich überzeugen konnte. Offenbar hatte dieser Traditionshersteller seinen Zenit überschritten. 1984 versuchte man wieder mit silbernen Metallfronten zu überzeugen (A-80, A70, usw.) aber der große Erfolg blieb aus. 1986 versuchte man verzweifelt das Ruder herumzureißen, um wieder an alte Erfolge anzuknüpfen. Alle neuen Modelle wurden, der allgemeinen Mode folgend, nun schwarz. Die Spitzengeräte wurden, im Andenken an alte Renommé-Erfolge der SPEC- und Exklusive-Modellen, nun Reference-Serie genannt und erhielten eine schwarze hochglänzende Front, die an die berühmten Urushi-Lacke Japans erinnern sollten, die in Japan nicht nur eine lange Tradition, sondern auch das Attribut besitzen, nur für hochwertigste Artikel verwendet zu werden. Die erste Serie dieser Baureihe kam 1986 auf den Markt und wird  von Kennern ehrfürchtig „Urushis“ genannt. Zunächst gab es einen Vorverstärker (C-90), einen Tuner (CT-90) und eine Endstufe (M-90). Diese waren, wohl hauptsächlich wegen der vom Mainstream so stark abweichenden äußeren Gestaltung, so erfolgreich, dass man 1988 bereits Nachfolgemodelle C-90A, CT-90A und M-90A nachfertigte, die sich auch technisch schon etwas von der ersten Baureihe unterschieden. Später gab es noch weitere Nachfolger mit der Bezeichnung 91, danach auch 93. Im Zug der Weiterentwicklung wurde die Urushi-Serie auch mit einem Vollverstärker (A-91) und einem CD-Player (PD-91) erweitert. Durch diese Baureihe hatte Pioneer wieder den Anschluss an die ganz großen Hersteller zurückgefunden. Die Geräte der Urushi-Baureihe konnte sich zwar nie mit denen der vorhergehenden Spitzenklasse-Modellen messen (sie sind denen hoffnungslos unterlegen, wie beinahe alle Geräte der 1980er Jahre!), übten aber eine Faszination auf die Menschen aus, die bis heute noch anhält. Auch heute werden für Geräte der Urushi-Baureihen Spitzenpreise gezahlt, was Ihren Markterfolg nachhaltig bestätigt.

Aus diesen Modellen stelle ich heute stellvertretend einen C-90A und eine M-90A von 1988 vor, die in unserer Werkstatt überholt wurden.

Bei der M-90A gab es schon eine optische Einschränkung, da einer der Kunststoff-Blenden für die eigenwillig gestylten Power-Meter an der Front aus Ihrer Verklebung gerutscht war und wieder an der richtigen Stelle neu angeklebt werden musste. Hierzu muss die Front demontiert und zerlegt werden. da ein großer Teil aus Kunststoff besteht und alles nur mit Clips zusammengehalten wird, und dies ist keine Kleinigkeit.

Die obere und untere Verkleidung ist in dem hochglänzenden schwarz gehalten, das an den Urushi-Lack erinnern soll. Es ist aber nur hochglänzender Kunststoff, der (ist bei schwarzglänzend halt immer so) häufig geputzt werden muss und dazu leider noch kratzempfindlich ist. Nach der Montage sah alles wieder so aus wie neu.

Die beiden einzigen Lampen im Gerät, sie zeigen Protect in rot und Power in gelb an, waren wie üblich durchgebrannt. Wir ersetzen diese durch 14 Volt-Lampen (statt 12V) dadurch halten diese länger. Zusätzlich bekam die Endstufe noch neue Lautsprecherrelais und es wurden alle Schalter und Potis gereinigt. Im Bild unten der Impedanzumschalter bei gelöster Rückwand.

Hier ein Blick in die potente Endstufe von unten. Sie leistet 2 mal 200 W sinus an 4 Ohm und wiegt 28 kg.

Dies ist einer der beiden Treiberplatinen, die sich aussen rechts und links hochkant im Gerät befinden.

Ein Blick von oben ins offene Gerät, man erkennt den strikten Doppel-Mono-Aufbau.

Hier die Front mit den auffälligen orangefarbigen Power-Metern.

Die Power-Lampe in der Mitte leuchtet wieder. Nach dem Einschaltet leuchtet es da rot und wechselt dann sanft auf weissliches gelb, wenn das Relais klickt.

Hier die Endstufe von aussen, das hochglänzende Design spricht seit 1986 viele Hifi-Fans an und sorgt stets dafür, dass diese Geräte begehrt sind.

Es gibt nicht viele Bedienelemente an der Front, drei wählbare Eingänge, davon einer pegelbar und dazu einen Netzschalter.

Unter der Klappe gibt es noch zwei Tasten für die Lautsprechergruppen und einen Schalter, der das Display abschaltet, falls es einen stört.

Man kann an der Rückseite zwischen 4 und 8 Ohm umschalten.

Der Vorverstärker C-90A von oben, die vielen Kabel fallen schon ins Auge.

Hier der Blick von unten. Erneuert werden musste der Backup-Kondensator, mit desen Hilfe alle Einstellungen gespeichert bleiben.

Die MC-Vorvorverstärkung wird mit Hilfe von Trafos bewerkstelligt.

Auch hier das gleiche Urushi-Design.

Man kann sich der optischen Faszination kaum entziehen.


Viele Eingänge, die bereits elektronisch und mit Relais geschaltet werden.


Alle Anzeigen erfolgen per LED.

Die goldene Leiste in der Mitte unterstreicht, zusammen mit den goldfarbenen Kanten und Gehäusefüßen, die Wertigkeit des Gerätes.

Hinten gibt es eine riesige Anzahl von Cinchbuchsen, die alle  poliert werden mussten, da sie alle stark angelaufen waren.

Zum Abschluss noch ein Bild beider Komponenten zusammen. Wie gesagt, diese Kombis erzielen noch heute absolute Höchstpreise, obwohl die Qualität der Pioneer-Geräte aus den 1970er Jahren deutlich besser war. Aber die Urushi-Faszination hält noch bis heute an.

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