Pioneer SPEC-2 - die Superendstufe von 1975

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Pioneer, seinerzeit als einer größten Hifi-Hersteller der Welt, stellte neben die bereits kurz zuvor vorgestellten Spitzenklasse-Geräte C-3 und M-3, der sogenannten „Exclusive-Baureihe“, nun auch noch etwas preiswertere Modelle vor. Weiterhin mit getrennten Vor- und Endverstärkern der absoluten Spitzenklasse zugehörend, packte man die neuen Modelle SPEC-1 (Vorverstärker) und SPEC-2 (Endverstärker) in ebenso riesige Gehäuse, wie die teureren Exklusive-Modelle. Der Vorverstärker SPEC-1 wurde hier bereits schon vorgestellt, nun gab es eine Gelegenheit die SPEC-2 einmal vorzustellen. Diese Endstufe leistete 2 mal 300 Watt sinus an 4 Ohm bei nur 0,1% Klirr – für 1975 eine atemberaubende Leistung. Der interessierte Hifi-Liebhaber hatte für diese Vor-Endverstärker-Kombination 5.200,- DM hinzulegen, was seinerzeit etwa dem Anschaffungspreis eines Kleinwagens entsprach. Die „besseren“ Exclusive-Modelle C-3/M-3 hingegen kosteten etwa das Doppelte (10.106,- DM) – was leicht erklärt, weshalb alle diese Modelle heute nur noch schwer aufzutreiben sind.

So schaut ein der beiden leicht ausbaubaren Endstufenblöcke dieser gigantischen Endstufe aus. Für die Stummschaltung finden verschleißfreie Reed-Relais Verwendung.
Hier von der anderen Seite, man sieht die sechs TO-3-Transistoren für die Stromverstärkung von NEC (Nippon Electric Company), jeder Transistor kann 200W Verlustleistung.
Auch ein ebenso gigantisches Netzteil gehört dazu – selbstverständlich in Doppelmono-Schaltung.
Der Blick in das offene Gerät von unten – insgesamt sehr aufgeräumt.
Der wahrlich riesige Ringkerntrafo mit einer Leistung von 1300 Watt, er wiegt allein rund 10 kg .
Die vier Siebelkos mit jeweils 15.000µF / 100V – für 1975 ein absoluter Leckerbissen, solche Elkos kosteten seinerzeit ein kleines Vermögen.
Zwei der insgesamt acht Relais an Bord dieser Endstufe, alles war überdimensioniert, weswegen, trotz des fortgeschrittenen Alters, kaum etwas erneuert werden musste.
Die Front wird von den hübschen, beleuchteten Power-Metern dominiert. Die Sinusleistung an 8 Ohm liegt bei 250 Watt pro Kanal.
Typisch für die großen Modelle dieser Ära von Pioneer – 19-Zoll-Griffe und -Befestigungslaschen zum Einbau in Gestelle. Dies sollte den Geräten einen professionellen „Studio“-touch geben. Sieht ja schließlich auch beeiendruckend aus.
Wie bereits gesagt, an der Front gibt es neben den Power-Metern nur noch eine Lampe für die Schutzschaltung, einen Ausschalter und zwei Pegelsteller, sonst nichts.
Die 5mm starke Aluplatte strahlt schon eine extrem massive Gestaltung aus. Das Design ist einfach zeitlos und wirkt schon ziemlich professionell.
An der Rückseite gibt es Cinchbuchsen und Lautsprecherklemmen, soweit normal. Ein Highlight ist jedoch der Umschalter zwischen 4 und 8 Ohm, durch den per Relais die Betriebsspannung der Endstufen vergrößert oder verkleinert werden können.

Insgesamt eine wirklich beeindruckende Endstufe, die besonders durch ihr Alter verblüfft. So große und kompromisslos gebaute Geräte gab es allgemein meist erst später. Schön, dass so etwas heute noch erhalten ist – 24,3 kg geballte Kraft, auch um anspruchvollste Boxen zu treiben.

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