Rotel RHA-10 - aus der Michi-Serie

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1995 beschloss man bei Rotel eine Serie der absoluten Spitzenklasse, quasi ohne jeden Kompromiss (heute nennt sich das highend) anzubieten. Diese Anlage erhielt den Namen Michi, wobei jede Komponente noch zusätzlich einen eigenen Namen bekam, wohlgemerkt zusätzlich zur Modellbezeichnung. Die Endstufe hieß Kokoro (Herz), der passive Vorverstärker (der lediglich aus Volume-Poti und Wahlschalter bestand) hieß Takumi (Handwerkskunst) und der Phonovorverstärker hieß Shih (Dichtung) zum Beispiel. Interessant, dass die eher nüchternen Japaner den Geräten Namen gaben.

Es gab eine große und eine kleine Endstufe (RHB05 und RHB10), einen passiven (RHC10) und einen aktiven (RHA10) Vorverstärker, einen Phonovorverstärker (RHQ10) und einen FM-Tuner (RHT10). Tuner und aktiver Vorverstärker sind fernbedienbar.
Das Bild stammt aus dem Katalog von 1995.

Die Rede ist heute aber nur von dem aktiven Vorverstärker RHA-10, der bei uns in der Werkstatt war. Er hatte das übliche Leiden – die Schalter machten Geräusche in den Lautsprechern und die Wiedergabe setzte zeitweise auch aus.

Schuld war der Eingangswahlschalter, der – obwohl kräftig vergoldet! – doch heftig am gammeln war.
Hier die ausgebaute Schaltscheibe, wirklich mit einer dicken Goldschicht belegt, war dennoch arg korrodiert!
Hier nun nach der üblichen Behandlung mit Metallpolitur.
Dies ist die Hauptplatine des RHA-10, knapp 3mm dick und nicht geätzt, sondern gefräst.
An diesen Lötstellen saßeen die Schalter, die natürlich beide auf die gleiche Weise gereinigt wurden. Die Lötstellen werden bei uns nach getaner Arbeit gründlichst gereinigt, damit keinerlei Lötrückstände zu sehen sind.
Von oben schaut es in dem minimalistischen Vorverstärker so aus. Rechts der Eingangswahlschalter, links daneben der Aufnahmewahlschalter, noch weiter links der Aufnahme ein/aus-Schalter. In der Mitte ein sehr hochwertiger Volume-Steller.
Hinten an der Rückwand überaus hochwertige, stabile Cinch-Buchsen. Die Eingänge sind übrigens, da alle Hochpegeleingänge sind, lediglich mit 1 bis 5 benannt. Die Verstärkung erfolgt über zwei Operationsverstärker. Jeder für einen Kanal.
Das Netzteil ist völlig überdimensioniert, das Gerät zieht gerade mal 12W aus dem Netz…
Nun der Anblick von aussen: die Geräte sind total schlicht gehalten, dabei aber sehr hochwertig verarbeitet. Die Farbgebung entspricht in etwa dem, was Yamaha dann „titan“ nannte.
Wie die gesamte Anlage, ist alles auf ein Minimum reduziert, die Knöpfe sind alle verschraubt und nicht hohl.
Hier der Power-Schalter (aus standby – dann leuchtet es grün), daneben die Infrarotdiode für die Fernbedienung.
Das charakteristische Aussehen erhalten die Geräte durch die Holzseitenteile, die in einem auffälligen rot lackiert sind.
Hinten sind wirklich sehr stabile Cinchbuchsen verbaut, die Eingänge 1 bis 3 nur für Wiedergabe, die Anschlüsse 4 und 5 für Aufnahme und Wiedergabe. Zusätzlich gibt es noch zwei Ausgänge für Endstufen oder Aktivboxen.
Rechts gibt es noch zwei geschaltete Steckdosen für weitere Geräte.

Geräte aus dieser Baureihe sind extrem selten, da sie sehr teuer waren und die Marke Rotel nicht unbedingt als Highend-Hersteller bekannt war. Ausser dem RHC-10 (dem passiven Vorverstärker) habe ich zuvor noch nie eines der Michi-Geräte live gesehen – bis jetzt. Auf weitere wäre ich sehr gespannt…

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