Technics SU-3500 - ein Verstärker von 1975

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Der Matsushita-Konzern (seit 2008 Panasonic Corporation) ist einer der größten Elektronikhersteller Japans. Unter dem Markennamen Technics werden seit 1965 diverse Hifi-Produkte angeboten, darunter auch einen der ersten Direct-Drive-Plattenspieler (SP-10), aber auch elektronische Musikinstrumente. Im Jahr 2010 löste man den Namen Technics auf, belebte ihn jedoch 2014 wieder, so gibt es dieses Label bis heute.

Im Jahr 1975 umfasste der Katalog von Technics etliche Geräte von Plettenspielern, Kassettendecks, Spulentonbandgeräte, Receiver, Lautsprecher (darunter auch die bekannten SB-440 und SB-660) jedoch nur zwei Vollverstärker. Den kleinen SU-3150 und den größeren SU-3500. Darüber rangierte nur noch die Flaggschiff-Kombi SU-/SE-9600, als getrennte Vor- / Endverstärker. Das mittlere Modell leistete 2 mal 55 Watt sinus an 4 Ohm und kostete seinerzeit um 800 DM.

Ein solcher SU-3500 in dunklem braun stand nun auf der Werkbank zur Überholung. Er spielte nur auf einem Kanal.

Dass nur ein Kanal spielte lag lediglich daran, dass irgendein Scherzkeks statt der Sicherungen für die Lautsprecher diese Drahtgeflechte in die Sicherungshalter eingefummelt hat.
Ein Blick in den Verstärker zeigt, wie servicefreundlich er aufgebaut ist. In der Bildmitte fehlt ein kompletter Endstufenblock. Nach Lösen von drei Schrauben lässt er sich einfach herausnehmen.
Hier die herausgenommene Endstufe – wunderbar servicefreundlich.
Natürlich kam auch hier wieder Schalter reinigen zum Einsatz,
so schaut das aus, wenn der Schalter ausgelötet ist.
Hier der zerlegte Schalter vor der Reinigung.
Hier nach der Reinigung, die vier kleinen Reiter (oben im Bild)
verbinden die Kontakte (unten im Bild).

Vor dem Zusammenbau wird noch alles gefettet, einerseits damit es sich leicht bewegt, andererseits damit die gereinigten Oberflächen der Kontakte nicht mit der Umgebungsluft in Kontakt kommen und damit erneut korrodieren. Der Reinigungsstreifen (oben im Bild) diente dazu, die Kontaktreiter zu reinigen. Die schwarzen Streifen zeigen, dass es nötig war.
Das Netzteil des Verstärkers mit zwei 10.000µF Siebelkos. Links die Endstufen.
Der Gesamtüberblick von oben. Links unten der Phono-Entzerr-Verstärker, vorn Klangstellung und Vorverstärkung.
Der Blick von unten – hier wurde viel nachgelötet.
So ausgebaut lässt sich eine Frontplatte wunderbar reinigen, zuerst mit Sodareiniger, dann mit Zahnbürste und Fensterreiniger, danach erfolgt eine Politur mit einem Mikrofasertuch.
Der Unterschied ist deutlich. Die Knöpfe baden solange im Ultraschallbad.
Ein Blick von aussen auf den Verstärker.
Die Front ist klar aufgeteilt. Die kleine rote Power-Anzeige ist eine Lampe, die von hinten auf einen kleinen roten Plastikkörper leuchtet – sieht aus wie eine Leuchtdiode.
Zwei Paar Lautsprecher sind anwählbar, die Klangsteller sind in mono für jeden Kanal getrennt ausgeführt.
Neben der Balance ist der Volumesteller angeordnet, der eine mechanische Begrenzung hat. Diese lässt sich beliebig einstellen. Daneben gibt es noch Filter, Loudness und zwei Tape-Monitore mit Überspieleinrichtung. Unten der Mode-Schalter (Reverse, Stereo, R, L, mono) darüber der Eingangswahlschalter. Zudem lässt sich die Phonoimpedanz umschalten (30, 50 oder 100 kOhm)
An der Rückseite befinden sich zahlreiche Cinchbuchsen für immerhin 2 mal Phono, zwei mal AUX, zwei Tapes (eines zusätzlich in DIN) und einen Tuner. Zusätzlich sind Vor- und Endverstärker auftrennbar. Die Klemmen für die zwei Paar Lautsprecher sind solide.
Das sind die Sicherungshalter in denen die Sicherungen fehlten und stattdessen
Drahtgeflechte eingesetzt waren.

Insgesamt ein unscheinbarer Verstärker, der jedoch zahlreiche Anschlussmöglichkeiten bietet und dabei noch in guter Qualität ausgeführt ist. Durchaus empfehlenswert!

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