Toshiba SA-504 Quadro-Receiver von 1972

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Hört man sich so unter Hifi-Freunden und -Kennern um, dann spielt der Hersteller Toshiba keine bedeutende Rolle am Markt der 1970er und 1980er Jahre. Das stimmt so aber nicht. Sehr bedeutende Innovationen kamen gerade von diesem Hersteller. Toshiba (das steht als Abkürzung für Tokyo Shibaura Denki) wurde bereits 1939 gegründet und tat sich im Laufe der Jahre mit einigen bedeutenden Neuerungen auf den Markt, so wurde 1969 auf der Hifi in Düsseldorf der erste optoelektronische Schallplatten-Abtaster CP-100 vorgestellt. Er wurde im Plattenspieler SR-50 verkauft, der auch einen speziellen Vorverstärker eingebaut hatte. 1974 folgte der weltweit erste Synthesizer-Tuner, das Modell ST-910. Unter dem Namen Aurex verkaufte Toshiba etliche, sehr hochwertige Hifi-Geräte, darunter auch sehr erfolgreich Mini-Anlagen. Aufsehen erregend war auch das große Hifi-Kassetten-Deck PC-6030 von 1974.

Es gab aber zu allen Zeiten Modelle auf denen Toshiba vorne drauf stand, der tatsächliche Hersteller war aber ein ganz anderer. Zum Beispiel stammt die 335er-Serie von Kenwood, der hier heute vorgestellte SA-504 vermutlich von Nikko.

Für 1972 ist dieser Receiver schon ein Hingucker und kann auch durch seine technischen Daten überzeugen. 2 mal 100 Watt im Stereobetrieb, bzw. 4 mal 50 Watt im Quadrobetrieb waren seinerzeit schon Luxusklasse, er kostete immerhin 1.798,- DM damals.

Im Bild sind hinten der Netztrafo, die Siebelkos mit dem geregelten Netzteil sowie die vier Endstufen zu erkennen (v.l.n.r.). Vorne das Frontend des Tuners sowie die Platinen des Empfangsteils.

Die Endstufen sind, ebenso wie das gesamte übrige Gerät, konsequent mit Halbleitern der Marke Toshiba bestückt, wen wundert es.

Trafo mit Netzteil, vorne das Frontend.

Selten: es gibt insgesamt fünf Sicherungsautomaten, vier für die angeschlossenen Lautsprecher, einer für den Netzanschluss. Oben rechts das verräterische Hinweisschild auf Nikko.

Blick von unten in das Gerät.

Der Phonovorverstärker sitzt, aus Sorge vor Einstreuungen, direkt auf den Cinchbuchsen an der Rückwand.

Das Nussbaum-folierte Holzgehäuse wurde auf Wunsch des Besitzers mit Echtholz Makassar furniert und dann geölt, gewachst und poliert. Oben vorher.

Die Front war schon recht unansehnlich und wurde daher teillackiert (die schwarze Einfassung).

Durch Austausch der Front (von einem Opfergerät aus unserem Fundus) konnte dieser Schaden „beseitigt“ werden.

Auch die abgebrochene Ferritantenne, ein kaputtes LS-Terminal, defekte Lampen und defekte Endstufentransistoren wurden erneuert.

So präsentierte sich das fertig überholte Gerät mit dem Makassar-Gehäuse – nun ein Unikat.

Dieses Furnier passt wundervoll zu diesem Gerät.

Die Front erstrahlt wieder wie neuwertig, die Beleuchtung ist dezent, das Gerät klingt auch wieder wie neu.

Die seinerzeit völlig neue Quadrotechnik wurde hier ausführlich mit Einstellknöpfen bedacht.

Für den SR-50 gab es einen Umschalter auf Phono CC.

Hinten reichlich Anschlussbuchsen, alle vier Kanäle sind auftrennbar.

Alle Terminals sehen wieder neuwertig aus, oben die vier Taster der Sicherungautomaten, daneben die unbeschädigte Ferritantenne.

Unterhalb des Typenschilds auch der Sicherungsautomat für den Netzanschluss.

Dieser Receiver taucht heute nur noch sehr selten auf, aber wenn man so einen hat, möchte man den auch nicht mehr hergeben.

Ein Kommentar für “Toshiba SA-504 Quadro-Receiver von 1972

  1. Hallo Ihr Beiden, wieder ganz ganz tolle Arbeit, ich bin begeistert. Wenn man sich überlegt, was für ein trauriger Anblick das Gerät vorher war. Jetzt ist es so ein schönes Gerät geworden, nicht zuletzt durch das tolle Furnier von Niko. Vielen Dank! Gruß Olaf

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