1970, als JVC noch gar keine eigene Vertretung in Deutschland hatte, da kümmerte sich der Frankfurter Kaufmann Uszer Fiszman um den Vertrieb der Produkte dieser Marke. Teilweise auch unter dem Namen NiViCo (Nippon Victor Company). Eine der Spitzenanlagen war diese in schwarz gehaltene Kombination aus Tuner, Vor- und Endverstärker. Die drei Geräte kosteten zusammen bereits über 3.000,- DM, was für diese Zeit doch schon in die gehobene Klasse einzuordnen war.
Die Endstufe mit den blauen Power-Metern leistet zwei mal 50 Watt sinus an 4 Ohm, bei einem Gewicht von 7,3 kg und der doch recht kompakten Abmessungen. Als auffällige Besonderheiten muss ein
Umschalter für den Dämpfungsfaktor erwähnt werden: Man kann zwischen 0,5, 5 und 50 für 8 Ohm wählen. Wozu auch immer das gut sein soll. Der Dämpfungsfaktor gibt das Verhältnis zwischen
Innenwiderstand des Verstärkers zum Abschlusswiderstand der Last an, also der Impedanz des Lautsprechers. Vermutlich wird damit eine Leistungsbegrenzung durch
zusätzlich in Reihe gelegte Widerstände bewirkt.
Der Vorverstärker fällt zunächst durch seinen raumgreifenden Siebenfach-Equalizer auf - schon immer eine JVC-Domäne - kein Gerät ohne Equalizer. Aber er hat immerhin zwei Phonoeingänge (MC gab es damals im Hifi-Bereich noch nicht) und neben den üblichen Hochpegelausgängen auch zwei PreOuts - den zweiten gar mit 5V ! Für dieses HiTech-Gerät verlangte JVC allein 1.000 DM.
Und der Tuner, dessen Äußeres sofort durch die grün eingefärbten Skalen auf sich aufmerksam macht (weshalb aber sind die Power-Anzeigen an der Endstufe blau?). Lustig, dass die obere Skala in Stellung FM aufleuchtet (wie im Foto) und die untere nur in Stellung AM, wobei die untere Skala natürlich dann dunkel wird). Ansonsten ein guter Tuner, erwähnenswerte Besonderheiten sind regelbare Mutingschwelle und getrennte Tuningknöpfe für AM und FM.
Diese Anlage ist sehr selten hier in Europa, es gibt noch weitere Geräte in dieser Serie passend im Design: Eine aktive Frequenzweiche CF-105 und eine Vierkanal-Endstufe ICM-105. Mithilfe dieser beiden konnte man eine Multikanal-Anlage aufbauen und Tief-, Mittel- und Hochton-Kanäle getrennt verstärken. Passende Lautsprecherboxen gab es bei JVC auch dazu.





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