Jahresarchiv

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Mitsubishi LT-5V - ein Senkrechtplattenspieler

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

Im Jahr 1980 brachte der Mitsubishi Konzern eine neue Idee auf den Markt – einen Plattenspieler der senkrecht arbeitet, dabei aber nicht den Anspruch auf hochwertige Schallplattenwiedergabe aus den Augen verliert. Dabei heraus kam der LT-5V – hier vorgestellt. Es handelt sich um einen Riementriebler, bei dem der Teller aber zweigeteilt ist. Einer arbeitet unter der Werkplatte – der andere sichtbar darüber. Beide Teller sind fest montiert und können nicht einfach abgenommen werden. Hier ist der innere Teller zu sehen.

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Onkyo CP-1057F - ein vollautomatischer Plattenspieler

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

Die Marke ONKYO wurde bereits 1946 gegründet mit dem Namen Osaka Denki Onkyo, wobei das Wort Onkyo für „Elektroakustik“ steht und deswegen auch in anderen japanischen Firmennamen vorkommt, aber nichts mit der Marke Onkyo zu tun hat. Zunächst wurden dort Tonarme für Plattenspieler produziert, aber auch an neuen Wegen im Lautsprecherbau und an Tonabnehmern geforscht. Folgerichtig kam dieser Hersteller bald mit eigenen Plattenspielern und Lautsprecher-Chassis auf den Markt, die sich rasch einen sehr guten Ruf erwerben konnten. 1957 wurde der erste Kugellautsprecher verkauft (später von JVC und Grundig kopiert), 1960 sogar der erste Aktivlautsprecher mit MFB (Motional Feedback – später u.a. von Philips und Backes & Müller bekannter geworden) unter dem Namen MX-8P vermarktet und 1966 entwickelte man das erste Tisch-Stereo-System ST-55, wobei es sich um einen AM/FM-Receiver mit oben eingebautem Plattenspieler handelte. Bis dahin wurden nur „Konzertschränke“ bzw. „Musiktruhen“ angeboten oder Radios mit eingebauten Lautsprechern. Die ST-55 dürfte also der eigentliche Urahn unserer Komponenten-Hifi-Anlagen sein. 1972 wurde der deutsche Ableger in München eröffnet, der maßgeblich von dem charismatischen Alexander Wiesbauer geleitet wurde. Er sorgte dafür, dass die Marke Onkyo in Deutschland einen sehr guten Ruf erhielt. Leider verstarb er viel zu früh. Mittlerweile wurden die Mitbewerber TEAC und Pioneer (allerdings nur der Bereich Home-Hifi!) von Onkyo übernommen. Erstaunlich, dass sich ein so kleiner Hersteller so lange halten konnte und finanziell immer noch gesund ist. Onkyo hat welweit nur rund 4.500 Mitarbeiter und zählt daher eher zu den kleineren Betrieben.

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Yamaha CT-7000 - ein bildschöner Tuner von 1974

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

1974 ist Yamaha bereits einer der größten Musikinstrumenten-Hersteller der Welt und gleichzeitig einer der größten Hersteller für Motorräder, Außenbordmotore und Stromgeneratoren. Bereits 1954 gründete man zusätzlich die Yamaha Electronic Corporation, die sich mit High Fidelity beschäftigte. Zunächst waren die Geräte recht konservativ gestaltet, doch ab 1974 fand man einen eigenen Yamaha-typischen Stil, was die Optik der Geräte anbetraf. In diesem Jahr wurden etliche Geräte auf den Markt gebarcht, die den Grundstein für den guten Ruf dieser Marke legten. Die Lautsprecherbox NS-1000 zum Beispiel oder den Vollverstärker CA-1000. Erkennungsmerkmal dieser neuen Elektronik-Geräte war die sehr kühle und sachliche Eleganz, der entweder matt silber gebürstet oder schwarz gestalteten Alu-Fronten. So sehen die Yamaha-Hifi-Geräte auch heute noch aus und unterscheiden sich deutlich von denen anderer Anbieter.

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Yamaha BX-1 - ein Monoblock in reiner Class-A von 1979

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Yamaha ist der weltgrößte Musikinstrumente-Hersteller der Welt. Die Firma existiert seit 1887 und beschäftigt heute rund 28.000 Mitarbeiter. Mitte der 1950er Jahre wurde eine Tochtergesellschaft für den Bereich Motoren gegründet, Motorräder, Außenborder und Stromgeneratoren sowie Motoren für andere Zwecke werden seither als einer der Weltmarktführer hergestellt, sogar zeitweise in der Formel 1. 1968 begann man mit der Entwicklung von Hifi-Geräten, die sich rasch einen sehr guten Ruf erwerben konnten. Seit 1972 wurden die Hifi-Geräte auch in Deutschland angeboten, von Rellingen bei Hamburg aus. Die ersten Hifi-Geräte der Marke Yamaha waren für mich persönlich sehr zwiespältig: die angebotene Qualität gefiel mir äußerst gut, sowohl vom Klang her als auch von der Haptik – spitzenmäßig! Und dann auf der Rückseite alles in DIN – keine einzige Cinchbuchse und keine Klemme für Lautsprecher. da haben die in Japan wohl gedacht, die Geräte für Deutschland müssten so aussehen. Das hatte man jedoch schnell verstanden und korrigiert, die nächste Generation sah dann schon richtig international aus, die Qualität der Geräte blieb gleichermaßen gut. Rasch wurde die Marke in Deutschland größer, wobei man streng darauf achtete, an wen man verkaufte. Niemals wurde versucht in die Breite zu gehen, um hohe Verkaufszahlen zu erreichen. Auch die Marge für die Händler  war immer besser als die der Konkurrenz, so dass die Händler dieser Marke immer treu blieben. Einzigartig in der Hifi-Branche ist wohl der Rückruf einiger Modelle, wegen der Möglichkeit, dass dort verbaute Metallpapier-Kondensatoren der Marke Rifa (Made in Germany) in Flammen aufgehen können – und das nach über 27 Jahren nach Verkaufsende der Geräte! Man tauscht diese Kondensatoren noch bis heute kostenlos aus. Dabei sind diese Kondensatoren, auch als „Knallfrösche“ bekannt, auch in vielen anderen Geräten anderer Marken verbaut – aber dort hat es niemals solche Rückrufaktionen gegeben.  2009 wurde übrigens die deutsche Niederlassung der Abteilung Hifi in Rellingen geschlossen, Vertrieb und Service erfolgen seither bei der Musikinstrumenten-Abteilung. Glücklicherweise wurden alle Mitarbeiter übernommen.

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black flags - was ist das eigentlich?

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

In diesen Tagen war bei uns ein Sansui AU-919 auf dem Tisch, in dem genau 26 solcher Kondensatoren verbaut sind, die mittlerweile weltweit den geprägten Namen black flags tragen. Dieser Name entstand im Audio-Karma, eines der weltgrößten Hifi-Foren, und zwar weil die Kondensatoren durchaus Ähnlichkeiten zu der früher so gefürchteten schwarzen Piratenflagge aufweisen. War es in Zeiten der Segelschiffahrt die Angst davor, von Piraten getötet zu werden, ist es heute die Angst davor, dass eben jene Kondensatoren so manchen Verstärker killen könnten – es ist leider schon häufig vorgekommen. Es handelt sich um sehr frühe Folienkondensatoren, die besonders für Audioanwendungen entwickelt worden waren, aber leider alles andere als langzeitstabil waren. Insbesondere die kleineren Werte neigen häufig zu plötzlich auftretenden sehr starken Abweichungen, die in Verstärkern zum Schwingen führen können und dann deren Überlastung samt völligen Defekt verursachen können.

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Knopf gebrochen - einfach repariert

von:  | Kategorie: Do-It-Yourself Tipps

Bei einem Accuphase Vorverstärker war einer der eckigen Knöpfe gebrochen. Und zwar innen an den Streben, die direkt auf dem Schalter sitzen. So etwas kommt häufiger vor und wird meist durch Kleben oder hineinstopfen von irgendwelchen Materialen irgendwie „repariert“. Es geht aber auch „richtig“. Rechts und links von den Streben befinden sich Hohlräume. Die Idee ist, den betreffenden Hohlraum mit festem Material auszufüllen. Wir wollten dafür diesen modernen Kleber verwenden, der unter Einwirkung von UV-Licht innerhalb weniger Sekunden dauerhaft hart wird. Damit das noch flüssige Material nicht in den Hohlraum in der Mitte läuft haben wir ein Reststück aus Acryl auf die Größe der Schalterachse zurecht gefeilt und in den Knopf hineingesteckt. Dann die betroffene Kammer mit dem flüssigen Kleber vollständig aufgefüllt und mit einer UV-LED gehärtet. Danach die Hilfsachse heraus gezogen.

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NAD 7080 - ein wirklich seltener Receiver von 1978

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

Die Marke NAD, die seit 1972 Hifi-Geräte unter dem Namen New Acoustic Dimension vertreibt, wurde seinerzeit von Martin L. Borish gegründet, der dies jedoch nicht allein bewerkstelligte, sondern vereint mit etlichen Importeuren aus ganz Westeuropa, die auch finanzell alle an NAD beteiligt waren, lediglich organisierte. Die Idee, die dahinter steckte, war einfach die, dass man hochwertige Hifi-Geräte zu sehr günstigen Preisen anbieten wollte.  Die großen Hersteller in Fernost diktierten die Einstandpreise der Importeure, diese hatten dadurch wenig Spielraum bei der Preisgestaltung. NAD wurde als reine Vertriebsfirma konzipiert, man ließ die Geräte einfach bei Auftragsherstellern bauen und engagierte für die Entwürfe den renommierten skandinavischen Entwickler Bjørn Erik Edvardsen, der die Geräte überwiegend spartanisch ausstattete, um dadurch Geld zu sparen. Die ersten Serien wurden noch von Foster Electric (später Fostex) in Japan gebaut. Später verlegte man sich auf unbekanntere Hersteller in Taiwan – bis heute. Der Verstärker 3020 war das erfolgreichste Gerät von NAD, davon wurden über eine Million Stück produziert. Hierzulande wurde der kleine Verstärker für 398,- DM verkauft und darüberhinaus wurden ihm sagenhafte Klangeigenschaften nachgesagt.

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Marantz 2275 von 1975 - besser als der Vorgänger 2270?

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

Die Geschichte der Marke Marantz ist schon häufig erzählt worden. Die Rolle dieser Marke in Deutschland begann Ende 1971 durch den damaligen Importeur Bolex in Ismaning bei München. Eigentlich ein Kamerahersteller, nutzte die Firma Bolex das kräftig wachsende Hifi-Geschäft als zweites Standbein. Neben dem renommierten Plattenspielerhersteller Thorens nahm man noch die Marke Marantz hinzu und schaffte in Deutschland den guten Ruf dieser Marke, der noch bis heute anhält.

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Umgang mit Fake-Ersatzteilen am Beispiel eines AKAI AM-U61

von:  | Kategorie: Gerätevorstellungen

Den Akai AM-U61 habe ich bereits schon einmal vorgestellt (siehe hier: http://www.good-old-hifi.de/akai-am-u61/

Dieses Exemplar hat allerdings eine ganz andere Geschichte hinter sich, die hier Anlass zum Erzählen gab. Ein wirklich renommierter Betrieb in Norddeutschland hatte dieses Gerät in Arbeit, was mich schon erstaunt hatte, denn dass man dort „so kleine“ Geräte bearbeitet, war mir bisher nicht bekannt. Ursache für die Bearbeitung war, dass der Verstärker keinen Ton mehr von sich gab. Dafür war einer der beiden Endstufen-ICs verantwortlich, das defekt war und daher Gleichspannung an den Lautsprecherausgang lieferte, was unweigerlich dazu führt, dass die Schutzschaltung das Relais nicht betätigt – und man so keinen Ton mehr hört. Die Werkstatt aus Norddeutschland tauschte daraufhin nicht nur das eine, defekte IC aus – sondern gleich beide. Zusätzlich wurde noch das Lautsprecherrelais erneuert, da das alte wohl verschlissen war. Soweit so gut, in der Werkstatt lief das Gerät zwei Stunden zur Probe – bei „normaler“ Zimmerlautstärke. Anschließend wurde das Gerät zum Kunden in Bayern zurückversandt. Dort angekommen funktionierte der AKAI Verstärker noch 20 Minuten, um an der ersten lauteren Stelle der Musik erneut seinen Dienst zu quittieren – sprich: er gab keinen Ton von sich. Für eine Reparatur von über 200 Euro kein befriedigendes Ergebnis. Also wieder zurück zur Werkstatt geschickt und nun wurde dort festgestellt, dass die frisch eingebauten Endstufen-ICs wieder defekt waren. Der erste Verdacht, die Lautsprecher seien der Grund dafür, konnte der Besitzer des Verstärkers zerstreuen, da er noch einen weiteren AM-U61 besitzt und der läuft nach wie vor zuverlässig mit eben diesen Boxen. Daraufhin strich die renommierte Werkstatt aus Norddeutschland die Segel und empfahl die Weiterleitung zu uns, verbunden mit der gleichzeitigen Aussage, künftig keine AKAI-Geräte mehr anzufassen. Man bot ihm die Rückzahlung der Hälfte des gezahlten Reparaturpreises an, des Weiteren sandte diese Werkstatt den Verstärker tasächlich direkt zu uns weiter, nachdem der Besitzer sich mit dieser Regelung einverstanden erklärt hatte.

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