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Yamaha A-960

1980 brachte Yamaha eine neue Vollverstärker-Baureihe auf den Markt, zunächst nur mit den Modellen A-760 und A-960. Die weiteren Modelle A-460, 560 und 1060 kamen dann ein Jahr später in die Läden und Kataloge. Der A-960 geriet auf Anhieb zum Verkaufsrenner, trotz seines Preises von 1.250,-DM - und konnte damit 1980 schon nicht mehr zu den preiswerten Verstärkern gerechnet werden. An Besonderheiten wurden das so genannte X-Netzteil und die so genannte "Pure-Current-Schaltung" angepriesen, letztlich auch nur Marketing-Gags. Beim X-Netzteil konnte man auf große, teure Trafos verzichten und steuerte das Netzteil mit einem Triac. Diese Schaltung bewährte sich aber nicht, der Nachfolger A-1000 hatte bereits wieder ein konventionelles Netzteil.

Auffallend sind die klarsichtigen drei Schalter (der A-960II von 1982 als zweite Auflage hatte gar deren vier), die von hinten in grün oder orange beleuchtet sind. Ebenso verfügt der A-960 über fünf Schiebepotentiometer, die aber so gestaltet sind, dass es kaum auffällt. Diese sind zuständig für Bass und Höhen, Balance und Loudness, die hier stufenlos geregelt werden kann und gleichzeitig auch die maximale Lautstärke reduziert, je stärker die Wirkung ist. Das ist auch durchaus sinnvoll. Das fünfte Schiebepoti ist eine Poweranzeige ("Listening-Level-Monitor") der einfachsten Art: in der Mitte des Knopfes sitzt eine rote LED, die aufleuchtet bzw. flackert, wenn die eingestellte Leistung erreicht oder überschritten wird. Mit dem beleuchteten Schalter "Main Direct" werden Balance, Loudness, Filter und Klangeinstellung umgangen, ein weiterer beleuchteter Schalter umgeht den gesamten Eingangswahlbereich und legt den Phonovorverstärkerausgang direkt via Volume-Poti auf die Endstufen. Die drei Drehschalter mit den charakteristischen Knebelknöpfen bedienen den REC-OUT-Selector, den Phonowahlschalter und den Eingangswahlschalter. Der Phonoselector konnte zwischen MM und MC mit unterschiedlichen Impedanzen wählen. Seine Leistung betrug immerhin zwei mal 120 Watt sinus an 8 Ohm nach DIN, eine Hifi-Zeitschrift hat gar zwei mal 160 Watt sinus an 4 Ohm gemessen. Dabei wog der A-960 wegen des X-Netzteils nur 10,5 kg.

Durch die hohen Verkaufszahlen und den nachträglich aufgelegten MKII werden diese Verstärker auf dem Gebrauchtmarkt relativ häufig angeboten, die Preise sind moderat. Allerdings sind die Kosten für eine komplette Überholung nicht eben gering.


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