1990 ließ die Qualität der Hifi-Geräte schon stark nach, sämtliche Hersteller befanden sich in einem riesigen Verdrängungswettbewerb mit immer weiter fallenden Preisen, bei immer besseren Leistungsdaten. Kenwood brachte in diesem Jahr ein neues Vollverstärkerprogramm heraus: KA-3020, 4020, 5020 und 7020. Einige Modelle aus dem Vorjahr endend auf ...10 blieben zusätzlich noch im Programm, da diese noch nicht abverkauft waren. Die neuen wurden mit "Kampfpreisen" zwischen 398,-DM und 998,- DM angeboten. Da die Margen in etwa gleich bleiben mussten, wurde bei der Produktion halt eingespart, wo es nur ging. Wie gesagt, das taten alle Hersteller seinerzeit, verschwunden sind letztlich dennoch fast alle.
Der KA-5020 wurde für 698,- DM verkauft und bot dafür an Ausstattung allerhand: sagenhafte zwei mal 145 Watt sinus an 4 Ohm nach DIN, sieben Eingänge mit Phono MM und MC und eine Direct-Source-Schaltung. Letztere war damals voll in Mode, weil dabei alle klangbeeinflussenden Einrichtungen am Gerät wie Balance-Steller, Bass- und Höhensteller, Filter und Loudness überbrückt werden und das Signal lediglich über das Volume-Poti zu den Endstufen geleitet wird. Immerhin gibt es noch einen REC-Out-Selector und sogar einen dritten Tape-Eingang, auch zum Einschleifen von Equalizern oder Ähnlichem gedacht und daher als "Adapter" bezeichnet. Die gesamte Modellpalette gab es, der damaligen Modeströmung folgend, ausschließlich in schwarz.
Erstaunlich ist, dass auch diese Geräte noch heute problemlos funktionieren oder, falls nicht, mit recht geringem Aufwand wieder herzurichten sind. Man kann also durchaus damit zufrieden Musik hören, zumal man diese Geräte gebraucht recht günstig erstehen kann.


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Jan Viebrock (Freitag, 06 Februar 2026 20:59)
ich schätze meinen 5020 sehr, vermisse aber eine Fernbedienung. Kann ich den 5020 mit seiner Kraft als Endverstärker nutzen, und einen Receiver mit FB als Vorverstärker davor schalten?
vielen Dank
Armin von good-old-hifi (Montag, 09 Februar 2026 10:26)
Die Antwort lautet "JEIN" - denn der KA-5020 verfügt über die so genannten Adapter-Anschlüsse.
Diese IN-Buchsen kann man z.B. mit einem Receiver mit Fernbedienung an dessen PRE-OUT Buchsen verbinden (die dieser aber unbedingt haben muss!) - dann ist das so ähnlich, wie PreOut - MainIn, nur dass man am KA-5020 die gewünschte maximale Lautstärke einstellen muss, leiser machen kann man dann am Receiver. Aber, wie bereits erwähnt, der Receiver muss über einen "echten" Vorverstärker-Ausgang verfügen.
blomquist (Freitag, 29 Mai 2026 12:30)
2x 2SK170 pro Kanal im Phono-Pre, aufwändige Netzteilkonstruktion für den Line-Level Zweig, ein relativ komplexes Frontend und je doppelte Leistungstransistoren pro Zweig. Das ist sehr ordentlich und besser, als alles was man heute in Endstufen unter €1000 bekommt.