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Kenwood KA-8004

Dieser Verstärker stammt noch aus der "guten alten Zeit" nämlich von 1973. Damals war die Hifi-Welt noch vollkommen in Ordnung. Deutsche Hersteller bauten die meist sehr barock anmutenden Geräte noch hierzulande und "Japaner" wurden noch als "billige Importgeräte" betrachtet - das war mit chinesischen Autos bis vor noch gar nicht allzu langer Zeit auch noch so.

 Kenwood Deutschland war damals noch in Frankfurt beheimatet, bevor man später wegen des raschen Aufstiegs nach Heusenstamm zog. In Berlin gab es genau einen einzigen Händler, der dieses Fabrikat exklusiv anbieten durfte. Dort konnte man diesen großartigen Verstärker für für rund 1.500 DM kaufen. Er hat technische Daten, die einen damaligen Braun CSV-510, der nur 50,-DM weniger kostete, dermaßen in die Schranken wies, dass der Braun Verstärker errötet wäre, hätte er nicht eine Aluminiumfront. Statt zweimal 50 Watt sinus des Braun, bot der Kenwood zwei mal 85 Watt - und auch die übrigen Daten sehen ähnlich besser für den Kenwood aus. Dennoch wurden hierzulande beinahe 20mal soviele CSV-510 verkauft wie von dem Kenwood. Und entsprechend selten ist der heute zu finden.

 Aber gerade das ist sehr schade, denn der KA-8004 kann seinen Besitzer auch im stolzen Alter von 53 Jahren noch wirklich begeistern. Er verfügt schon über zwei Phonoeingänge, noch zusätzlich einen Mikrofoneingang, drei Hochpegeleingänge und zwei Tape-Anschlüsse samt Überspielmöglichkeiten. Zudem ist er zwischen Vor- und Endverstärker auftrennbar. Man kann drei Paar Lautsprecher anschließen und hat mannigfache Klangbeeinflussungsmöglichkeiten: Drei Filter und je zwei wählbare Einsatzfrequenzen bei Bass und Höhen. Zusätzlich gibt es noch eine schaltbare Loudness und einen Mutingschalter (-20dB). Das Ganze in großartiger Qualität - funktioniert auch heute noch ganz problemlos.

 Die gelben Leuchten unten in der farblich abgesetzen Blende zeigen den gerade angewählten Eingang an. Bei dem abgebildeten Exemplar fehlen leider die schicken Holzseitenteile und die verchromten Zierblenden an den Kanten. Die hatte der Kunde vor dem Versand abgenommen, um sie vor möglichen Transportschäden zu bewahren.

 Einziger Knackpunkt dieser Baureihen sind die Knöpfe der Kippschalter aus schwarzem Kunststoff mit einem Aluröhrchen am unteren Ende. Die brechen leider gerne ab, wenn sie im Lauf der Jahrzehnte versprödet sind. Ersatz dafür zu bekommen ist kaum möglich, bisher jedenfalls. 


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